CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

25.1.2013   |   Produkttests

ÖKO-TEST Getreidebreie: Arsen auf dem Babyteller

Eine neue Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt, dass in Reisbreien erschreckend hohe Gehalte an krebserregendem Arsen stecken. Zudem enthalten einige Getreidebreie Mineralöl oder werden – völlig unnötig – zusätzlich mit Zucker gesüßt.

M1302-Getreidebreie

Die ÖKO-TEST-Untersuchung zeigt, dass einigen Getreidebreien Zucker zugesetzt wird. Das ist vollkommen unnötig. – Foto: ÖKO-TEST

Reisbreie gelten als gut verträglich und allergenarm. Doch die Laboruntersuchung, die ÖKOTEST durchführen hat lassen, zeigt, dass sie nicht so unproblematisch sind, wie oft angenommen wird. Denn Reis speichert nicht nur von Haus aus Arsen, sondern enthält auch noch einen relativ hohen Anteil an anorganischem Arsen, das besonders gefährlich ist.

Der Schadstoff gilt als krebserregend.

Teilweise sind die Getreidebreie auch mit Mineralöl verunreinigt. Das stammt vermutlich aus den Kartonverpackungen. In den belasteten Produkten wurden auch aromatische Kohlenwasserstoffe nachgewiesen, die über ein krebsauslösendes Potenzial verfügen.

Breie, die in Innenbeuteln aus Aluminium verpackt sind, sind vor einem Übergang der Schadstoffe aus der Verpackung in der Regel geschützt.

ÖKO-TEST kritisiert zudem, dass einige Breie mit Zucker gesüßt sind. Babys brauchen keinen Zucker. Denn zu viel Süße kann die Geschmacksbildung stören und dazu führen, dass das Kind auch künftig Süßes bevorzugt, was weder für die Entwicklung günstiger Ernährungsweisen noch für die Zähne gut ist.

Risikobewertung  

Das EFSA- Gremium für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM- Gremium) stellte fest, dass der von der FAO/WHO festgesetzte Wert der tolerierbaren wöchentlichen Aufnahme an As (PTWI = provisional tolerable weekly intake) von 15 µg/kg Körpergewicht nicht mehr sachgemäß ist.

Neuere Daten zeigen, dass verschiedene Krebserkrankungen schon auf geringere Expositionen von anorganischem Arsen als den PTWI von 15µg/kg Körpergewicht zurückzuführen sind.   Die EFSA postuliert als geeigneten Bezugspunkt auf der Dosis-Wirkungskurve die Dosis, die eine Tumorinzidenz von 1 % bewirkt. Der Wert dieses Bezugspunktes wird als Benchmark Dose lower limit (BMDLo1) bezeichnet. Das Gremium schlägt vor, dass ein BMDLo1 -Wert im Bereich von 0,3 bis 8 µg/kg Körpergewicht pro Tag verwendet werden sollte (EFSA Journal 2009; 7(10):1351).   Um eine bessere Datenlage zu erhalten, gab das Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Bundesweiten Überwachungsprogramm (BÜP) die Untersuchung von Reisproben in Auftrag.

Kinder unter drei Jahren sind gegenüber anorganischem Arsen am stärksten exponiert. Die in zwei verschiedenen Studien berichteten Expositionsabschätzungen zeigen eine Aufnahme von anorganischem Arsen im Bereich von 0,50 bis 2,66 µg/kg KG pro Tag. Die Exposition gegenüber anorganischem Arsen für Kinder unter drei Jahren, einschließlich durch Lebensmittel auf Reisbasis, wird auf die 2 bis 3 fache Höhe der Exposition von Erwachsenen geschätzt. Diese Schätzungen schließen keine Kinder mit Milchunverträglichkeit ein, die Reisgetränke statt Säuglingsnahrung oder Kuhmilch zu sich nehmen.

Ergebnisse  

Im Lebensmittelinstitut Braunschweig wurden im Jahr 2011 15 Proben Reis auf anorganisches Arsen untersucht. 11 von 15 Proben zeigten Gehalte anorganischen Arsens von 100-120 µg As / kg. 4 Proben wiesen eine Konzentration von 140-190 µg As / kg auf.

Quellen: EFSA / LAVES-Niedersachsen

Links:

 

Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2013 gibt es seit dem 25. Januar 2013 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Bildquellen: ÖKO-TEST

ÖKO-TEST Verlag GmbH
www.oekotest.de

Interessant:
Herstellerreaktionen – Augen zu und durch…

Babys und Kleinkindern möglichst keine Reiswaffeln zum Knabbern geben

Das rät das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST. Denn in allen getesteten Produkten steckt Acrylamid und Arsen, meist in erhöhten oder stark erhöhten Mengen.




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse