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24.1.2013   |   Gesundheit

Meningokokken: Neue Impfung schützt Säuglinge vor gefährlicher Hirnhautentzündung

Kinder- und Jugendärzte begrüßen die Zulassung des ersten Meningokokken-B-Impfstoffes durch die Europäische Kommission – er schützt Kinder ab dem Säuglingsalter vor einer der gefährlichsten Infektionskrankheiten in Deutschland. Sie tritt in Deutschland etwa 400-mal pro Jahr auf.

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Laut Angaben des nationalen Referenz-Zentrums für Meningokokken in Würzburg werden etwa 70% aller Meningokokken-Erkrankungen hierzulande durch den Serotyp B ausgelöst, im Säuglingsalter sogar über 80% – und etwa jeder zehnte Erkrankte stirbt.

„In der Praxis sind Meningokokken-Infektionen besonders gefürchtet, da diese Erkrankung sehr schnell verläuft und tatsächlich innerhalb von 24 Stunden auch tödlich enden kann. Bereits 2 bis 4 Tage nach der Ansteckung treten zunächst unspezifische Symptome wie Unwohlsein und Kopfschmerzen auf – oft verbunden mit hohem Fieber. Dazu können Schüttelfrost, Schwindel und Erbrechen kommen. Ein typisches Zeichen ist eine schmerzhafte Genickstarre, und bei schwerem Verlauf kommt es auch zu kleinen Blutungen, die sich in roten Hautflecken äußern.

Infizierte Säuglinge zeigen grippeähnliche Symptome – sie verweigern die Nahrungsaufnahme, sind unruhig und schreien viel. Auch Krämpfe können auftreten – typisch ist hier die vorgewölbte Fontanelle. Wichtig ist es, bei Verdacht sofort den Arzt aufzusuchen – die Meningokokken-Erreger verbreiten sich rasend schnell im ganzen Körper. Blutvergiftungen können auftreten, und nicht selten kommt dann jede Hilfe zu spät“, warnt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die Übertragung der Meningokokken erfolgt von Mensch zu Mensch über kleine Tröpfchen, z.B. beim Niesen oder Husten. Die häufigsten Ansteckungen ereignen sich im Säuglingsalter.

Meningokokken des Typs B in Deutschland vorherrschend

„In Deutschland – wie auch in den meisten Ländern Europas – sind Meningokokken des Serotyps B am meisten verbreitet. Doch dagegen gab es bisher keinen Impfstoff. Insofern sind wir jetzt sehr froh, dass wir unsere kleinen Patienten bereits ab dem zweiten Lebensmonat gegen diese sehr gefährliche Erkrankung schützen können. Diese Infektion tritt zwar nur selten auf, aber für die Betroffenen ist eine Meningokokken-Erkrankung extrem belastend“, so Hartmann.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rechnet damit, dass die Impfung gegen Meningokokken B ab Mitte des Jahres zur Verfügung steht und erwartet, dass diese wichtige Impfung rasch in den Impfkalender für Säuglinge und Kleinkinder aufgenommen und von allen Krankenkassen bezahlt wird. „Wir haben auf diesen wichtigen Schutz seit vielen Jahren gewartet“, so Hartmann.

Quelle:  Nationales Referenzzentrum für Meningokokken der Universität Würzburg

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de

 




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