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03.1.2013   |   Allgemein

Bisphenol A: Weichmacher in Alu-Getränkedosen

Die Chemikalie Bisphenol A wird für Fettleibigkeit, Diabetes oder auch Zeugungsunfähigkeit verantwortlich gemacht. Der Stoff wird in vielen Lebensmittelverpackungen eingesetzt. Eine Analyse von AKNÖ und Umweltbundesamt bei Getränken aus der Alu-Dose zeigt nun: Fast alle untersuchten Dosengetränke wiesen Spuren von Bisphenol A auf.

bpaDie gute Nachricht: Die gesundheitlichen Grenzwerte werden nicht überschritten. Die schlechte Nachricht: In beliebten Energydrinks, aber auch im Bier und Orangensaft aus der Alu-Dose, konnte die Chemikalie nachgewiesen werden. Die AKNÖ und das Umweltbundesamt haben 15 Getränke getestet. Elf Getränke waren in Alu-Dosen abgefüllt, drei in der Glasflasche und ein Getränk in der PET-Flasche. „Zehn von elf untersuchten Dosengetränken waren mit dem Problemstoff Bisphenol A belastet. Die Chemikalie ähnelt in der Wirkung dem weiblichen Hormon Östrogen und beeinflusst das Hormonsystem“, erklärt AKNÖ-Lebensmittelexperte DI Helmut Bohacek und ergänzt: „Die Getränke in Glas- und PET-Flaschen enthielten keine Spuren dieser Chemikalie.“

 

Bisphenol A in Getränken aus der Dose – die Testergebnisse

Getränk Gebinde Mikrogramm pro Liter
Red Bull Cola Dose 1,10
Cappy Orange Dose 0,86
Stiegl Radler Dose 0,86
Red Bull Dose 0,84
Schwechater Bier Dose 0,22
Stiegl Goldbräu Dose 0,088
Fanta Dose 0,083
Coca-Cola Dose 0,063
Almdudler Dose weniger als 0,058
Pepsi Throwback Dose weniger als 0,058
Burn Energy Dose nicht nachweisbar
Coca-Cola PET-Flasche nicht nachweisbar
Coca-Cola Glasflasche nicht nachweisbar
Red Bull Glasflasche nicht nachweisbar
Stiegl Goldbräu Glasflasche nicht nachweisbar

In Schnullern, Beißringen und Babyflaschen verboten

Unter ExpertInnen gibt es starke Bedenken, was den Einsatz dieses Stoffes im Lebensmittelbereich betrifft. „Das Umweltbundesamt hat die Substanz in Müttern und Babys nachgewiesen. Schadstoffe werden vor allem über die Nahrung aufgenommen, daher sollten Lebensmittel frei von Stoffen wie Bisphenol A sein“, erklärt Dr. Gundi Lorbeer, Leiterin des Bereichs Stoffe und Analysen im Umweltbundesamt. Die Möglichkeit des Auftretens von schädigenden Wirkungen unterhalb der derzeit gültigen Werte, insbesondere bei empfindlichen Bevölkerungsgruppen, ist Gegenstand einer aktuellen Neubewertung durch die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit). In Babyfläschchen ist die Chemikalie EU-weit verboten, in Österreich auch in Schnullern und Beißringen. Bisphenol A soll in Frankreich ab Mitte 2015 aus allen Lebensmittelverpackungen verbannt werden.

Bisphenol A als Ursache für Krankheiten

Bisphenol A ist auch als Ursache für Unfruchtbarkeit, Zeugungsunfähigkeit, Krebs, Übergewicht oder etwa Diabetes in Diskussion. Der Stoff wird unter anderem zur Herstellung von Lacken, Beschichtungen von Getränke- und Konservendosen und von Klebstoffen, sowie auch in Thermopapieren (Kassazettel) eingesetzt. Die tägliche Aufnahmemenge, die derzeit als unbedenklich für die Gesundheit gilt, beträgt 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das sind bei einem Erwachsenen mit 60 kg Körpergewicht täglich insgesamt 3000 Mikrogramm, bei Kindern mit 10 kg Körpergewicht jedoch nur 500 Mikrogramm.

Getränke aus Flaschen besser für Gesundheit und Umwelt

Bohacek empfiehlt deshalb: „Wer sicher gehen will, kauft Getränke in Glasflaschen. Das schont einerseits die Gesundheit und mit Mehrwegflaschen die Umwelt. Denn die Aludose ist die ökologisch ungünstigste Getränkeverpackung.“ Doch es ist gar nicht so leicht auf andere Gebinde auszuweichen, denn die klassische Pfandflasche aus Glas ist, wenn man von der Bierflasche absieht, im Handel kaum mehr zu finden. Die meisten Getränke werden in PET-Flaschen oder auch nur in Dosen verkauft. Den KonsumentInnen bleibt oft gar keine andere Alternative, als ein mit Bisphenol A belastetes Getränk in der Dose zu kaufen. Um das zu ändern und den Mehrweggedanken wieder zu fördern, schlägt der AKNÖ-Experte ein Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen nach deutschem Vorbild vor.

Umweltbundesamt GmbH – Wien  |  http://www.umweltbundesamt.at

 




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