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30.11.2012   |   Gesundheit - Verbraucherinformationen

Gefährliche Substanzen in Schlankheitskaffees gefunden

In enger Zusammenarbeit von Zoll und der Tierärztlichen Grenzkontrollstelle des Hessischen Landeslabors wurden bisher 25 Proben „Slimming coffee“ oder „Abnehmkaffee“ bei der Einfuhr am Frankfurter Flughafen beprobt und analysiert. Dabei wurden in fast allen Proben nicht deklarierte und nicht zugelassene Arzneistoffe gefunden, die eine appetithemmende oder abführende und zum Teil sogar gesundheitsschädliche Wirkung haben können.

 Gefährliche Substanzen in Schlankheitskaffees gefunden„Unsere Experten am Standort Kassel des LHL haben insbesondere die Arzneistoffe Phenolphthalein und Sibutramin, aber auch ein Stoffwechsel-Zwischenprodukt von Sibutramin, das Didesmethylsibutramin, gefunden“, teilte der Direktor des Hessischen Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn, in Gießen mit. „Die hier ermittelten Konzentrationen dieser Substanzen waren teilweise so hoch, dass durch den Verzehr nur einer Portion Abnehm-Kaffee bereits das Doppelte der in früher zugelassenen und rezeptpflichtigen Arzneimitteln enthaltenen Tagesdosierung aufgenommen wird“, erklärte Brunn. Die Produkte seien vermutlich über das Internet bestellt und aus China, Thailand oder den USA zu den deutschen Kunden verschickt worden.

Sibutramin ist dem Landeslabor zufolge ein Wirkstoff aus der Gruppe der Appetitzügler und wurde zur Behandlung von starkem Übergewicht eingesetzt. Bis Anfang 2010 sei das Mittel Reductil® mit dem Wirkstoff Sibutramin als verschreibungspflichtiges Medikament auf dem Markt gewesen.

Wechselnde Namen, gleiche Gefahr: 
Wunderpillen aus dem Netz machen krank statt schlank

 

Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen bei gleichzeitig mäßiger Gewichtsreduktion habe die europäische Arzneimittelbehörde EMEA im Januar 2010 empfohlen, die Zulassung von Arzneimitteln mit Sibutramin aufzuheben. Inzwischen werde, so Brunn, Sibutramin in Europa nicht mehr in Arzneimitteln eingesetzt. Phenolphthalein ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Abführmittel. Es werde jedoch aufgrund seiner möglicherweise krebserzeugenden Wirkung sowie bedenklicher Nebenwirkungen ebenfalls seit etlichen Jahren nicht mehr als Arzneimittel eingesetzt, teilte das Landeslabor mit.

Quelle: Landesbetrieb Hessisches Landeslabor – www.lhl.hessen.de




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