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26.11.2012     Gesundheit    2

Achtung ansteckend: Wie Sie Erkältungsviren den Weg abschneiden

26.11.12 (ams). Der Kollege gegenüber hustet und schnieft, die Nachbarin am Schreibtisch fühlt sich auch schon ganz schlapp. Da wird der Sicherheitsabstand automatisch größer. Tatsächlich können die Erkältungsviren, von denen es mehrere Dutzend unterschiedliche gibt, beim Niesen mit bis zu 150 Stundenkilometern meterweit fliegen und so einen nach dem anderen anstecken. Stundenlang überleben sie auf Möbeln, Türklinken oder Tastaturen.

Einmal angefasst und mitgenommen, gelangen sie durchs Augenwischen, An-die-Nase-Fassen oder auch über den Mund schnell auf die eigenen Schleimhäute und auf die anderer Leute – und schon hat die Erkältung wieder jemanden erwischt. “Abstand halten, regelmäßig Hände waschen und die eigene Abwehr stärken. Das zusammen ist die beste Strategie, um sich Erkältungen vom Leib zu halten“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Wobei Sie besser auf Abstand bleiben, auch wenn es unhöflich wirkt:

  • Direktes Anniesen oder Anhusten – Millionen von Viren fliegen hier mit den Tröpfchen des Erkälteten durch die Luft. Der Sicherheitsabstand sollte mindestens einen Meter betragen. Besser noch: Drehen Sie sich in dem Moment weg vom Huster oder Nieser.
  • Sprechen – Auch hier lieber auf Abstand bleiben, da beim Sprechen ebenfalls Tröpfchen mit Viren fliegen.
  • Umarmungen, vor allem mit Gesichtskontakt – auch auf den Wangen tummeln sich ebenfalls tausende von Viren.
  • Händeschütteln – bietet der Erkältete nicht von sich aus den Verzicht an, fassen Sie sich anschließend nicht mit der Hand durchs Gesicht, sondern waschen Sie sich im Anschluss die Hände.
  • Küssen: Zwar gibt es einige Studien, die besagen, dass heruntergeschluckte Viren von der Magensäure abgetötet werden. Aber meist fasst man sich beim Küssen ja auch an. Über den Hand- und Körperkontakt können Viren so leicht wieder aufgenommen werden. Also lieber mal ein paar Tage aufs Küssen verzichten.
  • Möbel, Tastaturen, Türgriffe, Lichtschalter: Hier lauern unzählige Viren. Zwar kann man den Kontakt nicht vermeiden. Doch sollte man auf jeden Fall regelmäßig und gründlich immer mal wieder zwischendurch die Hände waschen.

Abstand halten und gute Händehygiene

“Abstand halten ist gut, aber eine gute Handhygiene ist in Erkältungszeiten besonders wichtig”, sagt Eymers. Waschen Sie sich also regelmäßig mit pH-neutraler Seife die Hände, nach jedem Toilettengang, aber auch vor jeder Mahlzeit, nach dem Nachhausekommen, nach jedem Körperkontakt mit Erkrankten, nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln – und ruhig auch mal zwischendurch im Büro, um Erreger abzuspülen. Als Faustregel für die Dauer gelten 20 Sekunden: Das ist ungefähr so lang, bis Sie innerlich zusammengefasst haben, was Sie zuletzt gefrühstückt, zu Mittag und zu Abend gegessen haben.

Fürs Büro, genauso wie für die eigene Wohnung gilt außerdem:

  • Regelmäßig durchlüften, um Viren heraus und frische Luft wieder hinein zu lassen.
  • Luft und damit Schleimhäute feucht halten. Je trockener die Luft ist, desto gereizter sind die Schleimhäute und nehmen Erreger schneller auf.

Erkältung oder Grippe – was habe ich?

Erkältung und Grippe werden durch Viren ausgelöst, die echte Grippe aber durch die Influenza-Viren. Im Gegensatz zur Erkältung handelt es sich bei der Grippe um eine schwere Erkrankung. Neben der Virusinfektion kommen oft zusätzlich noch Bakterien hinzu – besonders das macht die Grippe oft langwierig und vor allem für ältere und anfällige Menschen gefährlich. Die Erkältung kommt langsam, meist ohne Fieber, dafür mit Halsschmerzen, Schnupfen und Husten. Typisch für die echte Grippe ist, dass sie einen überfällt, meist sogar mit Fieber bis 40 Grad. Man fühlt sich plötzlich sehr krank und schlapp, leidet oft unter Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost und trockenem Husten. Anders als gegen Erkältungsviren gibt es gegen die Grippe eine Impfung. Da sich die Influenza-Viren immer wieder verändern, muss sie jedes Jahr erneuert werden.

Je fitter das Immunsystem ist, desto mehr hat der Körper den Erregern entgegenzusetzen. Gerade im Winter ist es deshalb wichtig, darauf zu achten, genug frische Luft zu tanken. “Gehen Sie in der Mittagspause raus an die frische Luft. Sie entkommen den Büro-Erregern und stärken sich gleichzeitig”, sagt Eymers. Dazu braucht der Körper viel Bewegung, ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, ausreichend Ballaststoffen und Eiweiß sowie viel Flüssigkeit. Auch regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen stärken das Immunsystem. Zusätzliches Vitamin-C oder Präparate wie Echinacea helfen dagegen nicht, Erkältungen vorzubeugen.

Wenn es Sie nun trotz allem in der Winterzeit erwischt, sind Sie keine Ausnahme: Bis zu drei Mal im Jahr bekommen Erwachsene durchschnittlich eine Erkältung, bei Kindern gilt sogar ein Dutzend als normal. “Sind Sie selbst betroffen, können Sie jetzt dafür sorgen, möglichst wenig andere anzustecken”, sagt Eymers. Richtiges Niesen und Naseputzen gehören dazu: Keinesfalls sollte man in die Hand niesen, denn beim nächsten Körperkontakt werden Erreger so weiter übertragen. Besser ist es, in den Ellbogen zu niesen und sich dabei von den anderen abzuwenden. Nach dem Schnäuzen sollte man das Taschentuch sofort entsorgen. Und auch der Erkältete sollte sich häufig die Hände waschen, um Erreger wegzuspülen. Rücksichtsvoll ist es auch, wenn der Erkältete von sich aus aufs Händeschütteln und Umarmen zu verzichtet. Vielleicht lässt es die Büroorganisation zu, dass man ein, zwei Tage von zu Hause aus arbeitet. “So bleiben Kollegen viele Erreger erspart.”

Wen die Erkältung so schafft, dass es nicht bei Husten, Niesen und Heiserkeit bleibt, der gehört auf jeden Fall ins Bett. Was hilft oder wenigstens gut tut: viel Ruhe, Hausmittel von Kräutertees über Quarkwickel gegen Halsschmerzen bis zu warmen Fußbädern oder Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen, viel trinken. “Wer sich nach einer Woche immer noch elend fühlt, Fieber bekommt oder auch nur unsicher ist, sollte auf jeden Fall seinen Arzt aufsuchen”, sagt Eymers.

Quelle: AOK Mediendienst

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2 Kommentare zu diesem Artikel
  1. rrNov 27, 2012 at 08:38Antworten

    Das Problem bei diesen Tips ist nur, je weniger Kontakt zu diesen Bazillen, umso schwächer wird das Immunsystem. Das will nämlich Trainiert werden! Eine Erfahrung die alle Eltern kennen, die anfangs noch jeden Rotz des Kindes mitgenommen, mit zunehmendem Alter aber immer seltener selbst erkrankt sind.

    Und nicht zuletzt! Aufs Küssen verzichten? Niemals!

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