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10.10.2012   |   Gesundheit

Dick durch Dosen – Bisphenol A fördert laut Studie Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen

(dgk) Bisphenol A (BPA), eine Substanz , die wegen ihrer möglichen gesundheitsschädlichen Wirkung im vergangenen Jahr in Babyflaschen verboten wurde, könnte bei Kindern und Jugendlichen Übergewicht begünstigen. Dies legt jedenfalls eine amerikanische Studie nahe, an der fast 3.000 Kinder und Jugendliche teilnahmen.

Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von BPA im Urin und dem Körpergewicht der Studienteilnehmer.

Demnach waren Kinder und Jugendliche mit den niedrigsten BPA-Werten weniger als halb so häufig adipös wie Kinder und Jugendliche mit der höchsten Belastung. Dieser Zusammenhang zeigte sich allerdings nur bei Kindern europäischer Herkunft.

Ob der Effekt tatsächlich auf eine Schadwirkung von BPA hinweist, kann die Querschnittsstudie nicht klären. Der höhere BPA-Wert im Urin übergewichtiger Kinder könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass fettleibige Kinder und Jugendliche mehr Nahrung zu sich nehmen als Normalgewichtige und sich vermutlich häufiger von Gerichten aus Konserven oder Plastikverpackungen ernähren.

Bisphenol A ist ein Grundstoff zur Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen. Er ist in vielen Alltagsgegenständen enthalten, wie beispielsweise in Plastikgeschirr, Plastikflaschen und Konservendosen. BPA kann sich bei Kontakt mit Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und in diese übergehen. Im menschlichen Körper entfaltet es eine hormonähnliche Wirkung.

Tipp: Vermeiden Sie den häufigen Konsum von Lebensmitteln aus der Dose oder aus Plastikverpackungen. Bewahren Sie Lebensmittel besser nicht in Kunststoffbehältern aus Polycarbonat auf, sondern in solchen aus Glas, Keramik oder Edelstahl. Erhitzen Sie keine Lebensmittel in Kunststoffbehältern und füllen Sie auch keine heißen Speisen ein. Laut Umweltbundesamt wird durch Einwirkung vom Wärme verstärkt BPA freigesetzt. Auch Reste von Reinigungsmitteln können den Übertritt von BPA aus Polycarbonatgefäßen in die Speisen verstärken.

Quellen:
(1) Trasande, L. et al.: Association Between Urinary Bisphenol A Concentration and Obesity Prevalence in Children and Adolescents; JAMA, 2012 / 308(11):1113-1121; doi:10.1001/2012.jama.11461
(2) Ärzteblatt online vom 19.9.2012
(3) Umweltbundesamt: Bisphenol A – Massenchemikalie mit unerwünschten Nebenwirkungen; Broschüre Juli 2010

Deutsche Gesundheitskorrespondenz – Internet: www.dgk.de

 




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