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22.9.2012   |   Rückrufe Arznei & Medizinprodukte

Rosa und gefährlich: Warnung vor japanischem Schlankheitsmittel

Es ist bereits die dritte Warnung im Jahr 2012: Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat erneut in einem asiatischen Schlankheitsmittel verbotene und gesundheitsschädliche Wirkstoffe nachgewiesen. Die japanischen Kapseln „Japan Hokkaido – Pill for weight reduction“, die vor allem über das Internet verkauft werden, enthalten Sibutramin und Phenolphthalein.

Die Kapseln sind rosa, ebenso die Verpackung, die mit asiatischen Schriftzeichen und in englischer Sprache bedruckt ist. Die beiden verbotenen Inhaltsstoffe können schwerwiegende Nebenwirkungen haben, sind auf der vom rheinland-pfälzischen Zoll sichergestellten Packung aber nicht deklariert. Käufer wissen also nicht, welcher Gefahr sie sich aussetzen.

Sibutramin kann den Blutdruck stark erhöhen und akute Herzerkrankungen hervorrufen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka drohen gefährliche Wechselwirkungen. Auch Todesfälle sind bekannt. Phenolphthalein wirkt abführend und soll dadurch einen noch schnelleren Gewichtsverlust vorgaukeln. Es steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein und ist deshalb verboten.

Wechselnde Namen, gleiche Gefahr: 
Wunderpillen aus dem Netz machen krank statt schlank

Produkte wie „Xi You Su“ sind nicht zugelassene Arzneimittel, die in Deutschland nicht verkauft werden dürfen. Wer damit handelt, macht sich strafbar Behörden raten dringend davon ab, angebliche Wundermittel zum Abnehmen im Internet zu bestellen oder von Privatpersonen zu kaufen. Sie sind im schlimmsten Fall gesundheitsschädlich, im besten Fall einfach nur wirkungslos.

„Japan Hokkaido – Pill for weight reduction“ verspricht auf der Packung eine sorgenfreie Gewichtsabnahme („weight reduction without worry“). Die Pillen sind aber kein harmloses Naturprodukt, sondern rechtlich gesehen ein nicht zugelassenes Medikament, das in Deutschland nicht verkauft werden darf.

Der Handel mit solchen Schlankheitskapseln ist nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat, die mit einer Freiheits- oder mit einer Geldstrafe geahndet werden kann.

Das LUA hat 2012 bereits vor „Super Slim“ und „Fat Napalm Bomb“ öffentlich gewarnt. Eine Auflistung aller Produkte, die nachweislich „krank statt schlank“ machen, gibt es hier auf der Internetseite des LUA.

 




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