CleanKids-Magazin
Werbeplatz - 728x90px

16.8.2012     Ernährung    5

Vom Weizen im Wasser und fettigen Fruchtgummis

Sich ab und an Zeit beim Einkaufen und Kochen zu nehmen, hilft nicht nur bewusster und stressfreier einzukaufen, sondern auch mehr über seine Ernährung zu lernen. Dann hat „glutenfreies“ Wasser keine Chance mehr.

(dgk) Wie andere sich einer Tageszeitung widmen, schenke ich Produktaufschriften, Zutaten- und Kalorienliste meine vollste Aufmerksamkeit. Nein, ich habe keine Essstörung, liebe gemeinsame Kochabende mit Freunden und gönne mir auch mal etwas „Ungesundes“. Aber als Ernährungswissenschaftlerin finde ich es spannend, mich – manchmal stundenlang – in einem Supermarkt aufzuhalten. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal, bin ich aufs Neue überrascht, auf welche Manipulationen ich so treffe.

Erst kürzlich bin ich wieder auf mein Lieblingsbeispiel gestoßen – die Logos auf einer üblichen PET-Wasserflasche. Diese wirbt damit, glutenfrei zu sein. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, musste ich regelrecht stutzen. Glutenfrei? Was hat sich da die Industrie mal wieder ausgedacht? Wasser ist doch von Natur aus glutenfrei; Gluten ist vorwiegend in Getreideprodukten aus Weizenmehl zu finden. Eine Aufschrift „glutenfrei“ ist also gar nicht notwendig. Selbst Personen mit neu entdeckter Glutenunverträglichkeit lernen schnell, beim Einkauf die Zutatenliste auf Weizen und Co. zu prüfen – allerdings wird kein vernünftiger Mensch Gluten im Mineralwasser vermuten. Ein ähnliches Beispiel sind Fruchtgummis, die Aufschriften wie „fettfrei“ oder „glutenfrei“ besitzen, obwohl sie im Grunde weder aus Fett noch Gluten, sondern vorwiegend aus Gelatine, Zucker und Farbstoffe bestehen.

Leider gibt es im Supermarkt eine Flut an Marketingmaßnahmen, auf die sogar ich als Expertin hin und wieder hereinfalle. Als Nicht-Ernährungswissenschaftler ist es fast unmöglich, nicht in die Fallen hineinzutappen. Während die Lebensmittelhersteller also mit Produkten werben, die „frei“ von Zucker, Fett und Co sind, offenbart die Zutatenliste Überraschungen: Sind weniger Fett und Zucker enthalten, stecken oftmals umso mehr andere Zutaten darin. Die Liste reicht von Stärke und Verdickungsmittel hin zu Süßungsmitteln, mit oft unaussprechlichen Namen wie Aspartam-Acesulfam-Salz. Diese sind verantwortlich für die gewünschten Konsistenz- und Geschmackeigenschaften, die in der „light“ Variante sonst nicht erreichbar wäre. Die zuckerarme und fettfreie Variante muss also nicht zwangsläufig gesund sein, nur weil sie damit wirbt. Und hinter den vermeintlich schlechten E-Nummern kann sich etwas Harmloses wie Zitronensäure verbergen. Aber wie soll nun der Verbraucher zwischen gesunden und ungesunden Lebensmittel unterscheiden, wenn er auf eine Flut von Werbemaßnahmen, unbekannten Fachwörtern oder E-Nummern stößt?

Obwohl eine gesunde Ernährung wesentlich für unser Leben ist, wissen Viele erstaunlich wenig darüber. Schon von Kind auf lernen wir zwar, mit Gabel und Messer zu essen, doch das Know-How zu Inhalt und richtigem Umgang mit den Lebensmitteln kommt oft zu kurz. Dabei ist eine falsche Ernährung für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich. Sich ab und an Zeit beim Einkaufen und Kochen zu nehmen, hilft nicht nur bewusster und stressfreier einzukaufen, sondern auch mehr über seine Ernährung zu lernen. Dann hat „glutenfreies“ Wasser keine Chance mehr.

DGK – www.dgk.de

 

Verbrauchertipp: aid-E-Nummern-App
Informationen, da wo man sie braucht

Die App wurde von der Firma Unipush Media programmiert und steht kostenfrei zum download im App-Store von iTunes und Android Market zur Verfügung.

Weitere Informationen:
http://itunes.apple.com/de/app/aid-e-nummern-finder/id444703341?mt=8
https://market.android.com/details?id=de.unipushmedia.additives&feature=search_result

Stichwörter: , , , ,



Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help

5 Kommentare zu diesem Artikel
  1. Eat The Rich - www.facebook.com/lebensmittelwahrheitenAug 21, 2012 at 01:57Antworten

    Ergänzung zu meinem Kommentar, da nicht richtig versendet wurde und teilweise Ausführungen fehlen.

    -Glutenfrei? Was hat sich da die Industrie mal wieder ausgedacht? Wasser ist doch von Natur aus glutenfrei-

    Es gibt weitaus Schlimmeres als unnütze Allergenfreietiketten. Sofern sie nicht deshalb teurer verkauft werden, als sie normal kosten würden. da wäre ein Beispiel aus der laktosefreien Abteilung sinnvoller egwesen als Beispiel. Oder das als Grund zu erwähnen!
    Ansonsten sind solche Aufdrucke vielleicht in Ihren Augen unnütz, machen aber auch nix.

    -Gluten ist vorwiegend in Getreideprodukten aus Weizenmehl zu finden-

    Sie als Ernährungswissenschaftlerin müssten eigentlich wissen, dass Gluten nicht nur in Weizenmehl zu finden ist. Sowas nenne ich Fehlinformation und find ich nicht gut.

    -Aufschriften wie „fettfrei“ oder „glutenfrei“ besitzen, obwohl sie im Grunde weder aus Fett noch Gluten, sondern vorwiegend aus Gelatine, Zucker und Farbstoffe bestehen-

    Irrtum! Man kann in solchen Dingern durchaus Fette und Gluten finden. Viel schlimmer ist es, dass dick und fett “Fettfrei” drauf steht und man hinten dann lesen muss, dass sogar mehr Zucker als sonst verwendet wurde. Und viels chlimmer find eich Spaghetti, die als eifrei deklariert werden und es am Ende doch nicht sind und Ei-Allergene gefunden werden.

    Rest wurde richtig formatiert und dargestellt in meinem anderen Kommentar!

  2. Eat The Rich - www.facebook.com/lebensmittelwahrheitenAug 21, 2012 at 01:46Antworten

    Hallo Frau Ernährungswissenschaftlerin,

    ich finde diesen Artikel mehr als dürftig. Ansich sind die Beweggründe edel und richtig, aber in den einzelnen Ausführungen wiefolgt falsch dargestellt und zu dürftig.

    >>Glutenfrei? Was hat sich da die Industrie mal wieder ausgedacht? Wasser ist doch von Natur aus glutenfrei<>Gluten ist vorwiegend in Getreideprodukten aus Weizenmehl zu finden.<>Aufschriften wie „fettfrei“ oder „glutenfrei“ besitzen, obwohl sie im Grunde weder aus Fett noch Gluten, sondern vorwiegend aus Gelatine, Zucker und Farbstoffe bestehen<>Und hinter den vermeintlich schlechten E-Nummern kann sich etwas Harmloses wie Zitronensäure verbergen<<

    Citronensäure ist keineswegs harmlos. Sie als Ernährungswissenschaftlerin…und so…Sie wissen schon :)

    Hinweise über die Gefährlichkeit von Aspartam wäre auch nicht schlecht gewesen. Dann haben light-Produkte nämlich keine Chance mehr. Da trink ich lieber glutenfreies Wasser. Prost!

  3. EdkowAug 16, 2012 at 13:11Antworten

    Ich stimme Ulrike vollständig zu, gleichwohl einige Auslobungen tatsächlich grenzwertig sind. Der Ernährungsberater als Experte – und vielleicht Theoretiker – sollte aber wissen, dass in äußerst vielen Lebensmitteln – beispielsweise auch in den angeführten Gummibärchen – durch die verwendeten Aromen und Farbstoffe oder den Zusatz von Getreiden als Füllmittel sehr wohl Gluten enthalten sein kann – und in manchen Marken auch tatsächlich enthalten ist.
    Gluten kann in vielen grundsätzlich glutenfreien Lebensmitteln auch durch die Fabrikationswege (Erntemaschinen, Laufbänder, Formen usw., die mit glutenhaltigen Lebensmitteln in Kontakt gekommen sind) sehr wohl enthalten sein. Die Sache ist also nicht ganz so einfach.
    Also, lässt uns Zöliakieerkrankten diese Erleichterung, die für uns sehr wichtig ist – wir wissen, wie sich diesbezügliche Irrtümer “anfühlen”.

  4. CleanKids-MagazinAug 16, 2012 at 11:26AntwortenAuthor

    Hallo Ulrike, keinesfalls sollte der Artikel ein “Angriff” oder gar eine Hysterie unterstellen.
    Ich finde nur auch, daß eine Verunsicherung der Verbraucher stattfindet. Kennzeichnungen die eigentlich für ein Produkt nicht notwendig sind, suggerieren doch auch, daß auch bei diesem Produkt immer ein solcher Stoff enthalten sein kann.

    Vergleichbar wäre der Zusatz etwa wenn auf Eiern steht, daß keine Spuren von Nüssen enthalten sind.

    Daß die Kennzeichnungen an sich wertvoll sind, habe ich nie angezweifelt und finde diese auch sehr wichtig!

    Oliver

  5. UlrikeAug 16, 2012 at 11:16Antworten

    Die Kennzeichnung “glutenfrei” auch von Produkten, in denen man kein Gluten vermutet, mag von der Industrie zu Marketingzwecken genutzt werden. Dennoch erleichtert sie Menschen mit der Autoimmunkrankheit Zöliakie und mit Glutenunverträglichkeit den Einkauf ungemein. Das Wasser mag ein extremes Beispiel sein, aber wenn Sie sich anschauen, was heute alles an Geschmacksstoffen Wasser zugesetzt wird, erscheint es schon weniger absurd. In den meisten Fleisch-, Wurst- und Milchprodukten hat Gluten EIGENTLICH auch nichts zu suchen, findet sich aber dennoch in vielen. Die reine Kennzeichnungspflicht von Allergenen ist zwar hilfreich, aber wer nicht zum Vergnügen und als Hobby Zutatenlisten liest, sondern weil es im wahrsten Sinne des Sinnes lebenswichtig ist, und das bei jedem einzelnen Einkauf, ist ausgesprochen dankbar für jede gut sichtbare (und korrekte) Kennzeichnung – ganz gleich, ob glutenfrei, laktosefrei oder Freiheit von anderen Allergenen. Das ist etwas ganz anderes, als die Kennzeichnung “fettarm” bei Produkten, die dafür mit Zucker vollgestopft sind, oder umgekehrt. Es wäre schön, wenn die Angriffe auf die anscheinend von vielen Menschen als lästig oder hysterisch empfundenen Glutenkennzeichnungen wieder nachließen – wir unfreiwilligen Glutenmeider sind nämlich sehr dankbar, dass es sie gibt!

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ein Hinweis zu den Kommentaren


einer Funktion, die Sie wenn dann freiwillig nutzen: Sie müssen dies nicht tun und wir bitten ausdrücklich darum, auf jeden Fall ein Pseudonym zu verwenden. Das genutzte Pseudonym wird in der Datenbank gespeichert und ist nicht für Dritte zugänglich.

Bitte beachten: Alle Kommentare werden vor Veröffentlichung geprüft - daher kann es unter Umständen einige Zeit dauern, bis Sie ihren Kommentar hier sehen können. Kommentare die offensichtlich mehr dazu dienen eine Internetadresse zu bewerben werden nicht freigeschaltet. Verweise auf Onlineshops werden entfernt!

PayDay: CleanKids-Magazin sucht freiwillige Online-Abonnenten
 Stichwörter zu diesem Artikel
, , , ,
Der CleanKids Buchtipp – Anzeige

Babyjahre
Der erfahrene Kinderarzt Remo H. Largo hat mit seinem Standardwerk ein Erziehungsbuch ganz anderer Art geschrieben

Die "CleanKids Rückruf-Ticker App" informiert zeitnah über alle veröffentlichten Produktrückrufe und Verbraucherwarnungen
Suchen
Linktipp

Wir machen Spielzeug e.V. gibt Antworten und Lösungen für die Herstellung von Spielzeug in Kleinbetrieben und Manufakturen

Zeckenzeit

Zeckenzeit

Der Frühling erwacht: Vorsicht Zecken!
„Vom Eise befreit…“ ist die Natur. Es grünt und blüht und lockt uns nach draußen. Aber Vorsicht: Die Zecken warten schon! | mehr >>

Buchtipp

Schnelle Hilfe für Kinder: Notfallmedizin für Eltern