CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

09.8.2012   |   Ernährung - Verbraucher

„Gesunde“ Lebensmittel – Verbraucher werden trotz neuer Health-Claims-Verordnung getäuscht

Schwarztee von Lipton soll die Konzentrationsfähigkeit fördern, Kinderschokolade von Ferrero das Wachstum und der Trinkjoghurt von Yakult die Immunabwehr stärken. Doch da die wissenschaftlichen Beweise für Aussagen wie diese fehlen, dürfen die Hersteller sie ab Ende des Jahres 2012 laut Health-Claims-Verordnung nicht mehr verwenden. Die Verbraucherzentrale Hamburg begrüßt die neuen Vorgaben, sieht aber noch viele verbraucherunfreundliche Lücken und sogar Risiken.

Durch fehlende Höchstmengen droht eine Überdosierung

In der Verordnung sind nach wie vor keine Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln festgelegt. Das bedeutet, dass Verbraucher über die vielen angereicherten Lebensmittel eine Überdosis an einzelnen Mikronährstoffen aufnehmen können. So ist besonders der Zusatz von Eisen bei Kinderlebensmitteln umstritten und mit Risiken verbunden. Schon mit einer Portion von 50 Gramm Frühstückscerealien Nestlé cini Minis und einem 0,25-Liter-Glas Rotbäckchen Klassik Saft nehmen Kinder zwischen 7 und 9 Jahren das Eineinhalbfache ihrer empfohlenen Tagesdosis an Eisen auf. Selbst für Erwachsene lehnt das Bundesinstitut für Risikobewertung seit Jahren den Zusatz von Eisen in allen Lebensmitteln ab.

Kalorien- und Zuckerbomben können weiterhin mit Gesundheitsnutzen verkauft werden 

Trotz neuer Health-Claims-Verordnung erfahren Verbraucher nichts über das Nährwertprofil eines Produkts. „Die Profile sollen eigentlich verhindern, dass Hersteller Lebensmitteln mit einem hohen Zucker- oder Fettgehalt durch den Zusatz von Vitaminen oder Ähnlichem ein gesundes Image verpassen können“, so Karin Riemann-Lorenz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. „Sie sind seit Jahren überfällig, werden aber von der Lebensmittelindustrie mit allen Mitteln bekämpft.“ So enthält das Nesquik Kakaogetränkepulver zwar laut Hersteller ,viel Calcium’, aber gleichzeitig 76 Prozent Zucker. Die Feel Good-Kaubonbons der Marke Das Gesunde Plus von dm wiederum sollen helfen, die Verdauung zu regulieren, enthalten aber pro Bonbon auch einen Würfel Zucker, was 40 Prozent des Gewichts entspricht.

Hersteller bringen unnötige Produkte zu überhöhten Preisen auf den Markt

Die meisten laut EU-Verordnung auch weiterhin zugelassenen Gesundheitsangaben beziehen sich auf Nährstoffe, mit denen die Menschen in Deutschland ausreichend versorgt sind. Dazu zählt zum Beispiel Vitamin C, das vielen Lebensmitteln im Gießkannenprinzip zugesetzt wird. „Nur weil Produkte mehr Vitamine oder Mineralstoffe, mehr Fettsäuren oder Ballaststoffe enthalten, werden sie nicht gesünder. Das große Angebot an frischem Obst und Gemüse, an Milchprodukten und vielem mehr ist ausreichend, um den Nährstoffbedarf zu decken“, erklärt Riemann. Darüber hinaus werden die sogenannten Functional Foods – selbst wenn sie nur geringe Mengen an preiswerten synthetischen Vitaminen enthalten – in der Regel zu deutlich höheren Preisen angeboten.

Nur 222 von rund 4.000 gesundheitsbezogenen Werbeaussagen wurden bislang von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als erwiesen eingestuft und damit zugelassen, immerhin 1.600 hat die EFSA als wissenschaftlich nicht haltbar abgelehnt.

Was Verbraucher über Lebensmittel mit Gesundheitsangaben wissen sollten und welche Fallen im Supermarkt auch trotz der neuen Verordnung noch lauern, hat die Verbraucherzentrale Hamburg mit zahlreichen Produktbeispielen auf ihrer Internetseite unter www.vzhh.de zusammengestellt.

 

Bild: Urheber Ralf Roletschek
Originalfoto: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:2010-05-30-slubice-by-RalfR-18.jpg




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse