CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

04.8.2012   |   Schwangerschaft & Baby

„Schütteltrauma“ beim Baby – Drama aus Wut und Unwissenheit


Wenn überforderte Eltern ein Baby nicht schlagen wollen und es doch schwer misshandeln

Immer wieder stehen Väter oder Mütter vor Gericht, die ihr Baby durch ein „Schütteltrauma“ schwer verletzt oder gar getötet haben. „Viele denken, dass sie, solange sie ihr Kind nicht schlagen, nichts Schlimmes anrichten können“, sagt Professorin Anette Debertin, Oberärztin am Institut für Rechtsmedizin und Leiterin der Kinderschutzambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover, im Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Ein Kleinkind, das heftig geschüttelt wird, erleidet aber meist schwerste Verletzungen am Gehirn. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper sehr groß und schwer und die Nackenmuskulatur so wenig ausgebildet, dass er hilflos den Kräften beim Schütteln ausgeliefert ist. Durch Quetschungen und Blutungen bleiben mehr als die Hälfte der Kinder ein Leben lang schwer behindert, ein Drittel stirbt an der Misshandlung.

Anette Debertin hat mit ihren Kollegen eine Kampagne ins Leben gerufen, die durch Öffentlichkeitsarbeit über die Gefahren durch das Schütteltrauma aufklärt. Durch Schulungen von Hebammen bringt sie das notwendige Wissen in die Familien.

Apothekenmagazin „BABY und Familie“
www.baby-und-familie.de

Schütteln ist lebensgefährlich!
Eine Initiative der Medizinischen Hochschule Hannover und der Techniker Krankenkasse

Materialien zum Herunterladen

Laden Sie sich die Infomaterialien zur Kampagne „Schütteln ist lebensgefährlich!“ herunter:

Hintergrund Schütteltrauma
Der rechtsmedizinische Fachbegriff Schütteltrauma bezeichnet eine Form der Kindesmisshandlung, zumeist begangen von den Aufsichtspersonen wie z. B. den eigenen Eltern, Großeltern oder Babysittern am Schreibaby oder Kleinkind.

Erst 1974 wurde das Krankheitsbild in rechtsmedizinischer Hinsicht wissenschaftlich vollständig beschrieben. Zuvor wurden die gestorbenen kindlichen Opfer diagnostisch und statistisch meist unter der unzutreffenden Rubrik Plötzlicher Kindstod eingeordnet und nicht weiter untersucht, die Verursacher somit nicht zur Rechenschaft gezogen. Da die inneren Blutungen, Gewebs- und Knochen-Verletzungen zumeist nicht äußerlich sichtbar sind, besteht noch heute ein großes Dunkelfeld. Bleibende Verdienste erwarb sich auf diesem Gebiet die Düsseldorfer Rechtsmedizinerin und Professorin Elisabeth Trube-Becker, die mit ihren Forschungen und Aufklärungskampagnen bei Kinderärzten, Klinik-Medizinern und Medien-Öffentlichkeit Sensibilisierung für dieses Thema voranbrachte. Der Name beruht auf den vorzufindenden inneren Verletzungen, welche meist vom Versuch überforderter, schlafloser Eltern oder anderer Aufsichtspersonen des Baby stammen, dieses zum Schweigen zu bringen, indem sie es heftig und unkontrolliert durchschütteln. Für berufstätige Elternteile fehlt es beispielsweise seitens der Arbeitgeber an Verständnis, wenn sie wegen schreiendem Nachwuchs um ihren Nachtschlaf kommen. Die dadurch entstehende Angst, deswegen den Job zu verlieren, kann Verzweiflung auslösen und zu aggressivem Verhalten gegen das vermeintlich ungezogene Kind führen. Symptome, die bei einem Kleinkind auf ein Schütteltrauma hinweisen können sind beispielsweise Schlappheit, Schläfrigkeit, Erbrechen, Krampfanfälle oder Atemaussetzer.

Ansätze einer umfassenden Prävention ergeben sich nach Ansicht von Ärzten des Klinikum Kassel „beispielsweise in Form von Etablierung von häuslichen Besuchs- und Beratungsprogrammen für Risikofamilien, der pädiatrischen Identifizierung von Schreikindern und ihrer Behandlung in so genannten Schreiambulanzen, als auch der Integration von aufklärenden Inhalten und Broschüren in das bestehende Vorsorgekonzept als auch öffentliche Kampagnen, wie sie vor allem in den USA verbreitet sind“.

Auch die Erkennung und rasche Behandlung geschüttelter Kinder ist wichtig, um die betroffenen Kinder vor erneuter Misshandlung zu schützen und um gegebenenfalls bei Geschwisterkindern vorbeugend einzugreifen.

Hierbei kann auch das Jugendamt hilfreich tätig werden. Betroffene Eltern sollen sich nicht scheuen, ihre Überforderung zuzugeben und Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine Kindeswohlgefährdung zu vermeiden, bevor sie die Kontrolle über sich und ihr Handeln verlieren.

Eine 2011 veröffentlichte Studie zeigte für die USA, verglichen mit unmittelbar vorangehenden Jahren, für die Zeit des wirtschaftlichen Abschwungs im Zeitraum von Dezember 2007 bis Juni 2009 einen deutlichen Anstieg der Zahl der mit Schütteltrauma in eine Klinik eingelieferten Kinder auf. Die Autoren der Studie zogen daraus den Schluss, dass Präventionsbemühungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu verstärken seien

Quelle: http://de.wikipedia.org
Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.
Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse