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17.7.2012   |   Gesundheit

„Ethik vor Monetik“: Kinder haben ein Recht auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung


Kinder- und Jugendärzte fordern von den gesetzlichen Krankenkassen mehr Verantwortung bei der Impfstoffauswahl

„Es ist skandalös und im Interesse des Kindeswohl nicht akzeptabel, dass die gesetzlichen Krankenkassen uns Kinder- und Jugendärzten mit dem Ziel der Kosteneinsparung für Kinder und Jugendliche weniger geeignete Grippeimpfstoffe im Rahmen von Rabattverträgen vorschreiben “. Mit diesen Worten kritisierte Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes derKinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) die entsprechenden Rabattverträge für Impfstoffe der gesetzlichen Krankenkassen in vielen Bundesländern. „Die jetzigen Vereinbarungen für Impfstoffe, insbesondere Grippeimpfstoffe für die bevorstehende Grippesaison berücksichtigen nicht die erheblichen Unterschiede in der Wirksamkeit, Immunogenität und Verträglichkeit insbesondere für Kinder und Jugendliche.“

Für Grippeimpfstoffe muss auch nach Meinung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) der für eine bestimmte Zielgruppe optimale Impfstoff definiert werden, der nicht ohne weitere Prüfung durch ein Alternativprodukt ersetzt werden kann. Die von der Industrie angebotenen Grippeimpfstoffe für die Saison 2012/2013 unterscheiden sich ganz erheblich und sind nur sehr eingeschränkt miteinander vergleichbar.

Für Kinder und Jugendliche liegt ab der Saison 2012/2013 ein hervorragend wirksamer Grippeimpfstoff vor. Er wird durch die Nase, also nicht durch eine Injektion verabreicht und hat ein deutlich geringeres Nebenwirkungsprofil. Der BVKJ fordert daher die Krankenkassen auf, auch den gesetzlich krankenversicherten Kindern und Jugendlichen diesen besser wirksamen und ohne Injektion zu applizierenden Grippeimpfstoff zur Verfügung zu stellen und nicht auf den schlechter wirksamen und per Spritze zu verabreichenden Grippeimpfstoffen zu beharren. Kinder haben ein Recht auf bestmögliche gesundheitliche Versorgung.

Nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Kinder die Hauptüberträger von Grippeviren, von ihnen gehen Grippeepidemien aus. Gleichzeitig leiden Kinder, vor allem Kinder mit chronischen Atemwegsinfektionen, besonders unter Grippe. Daher ist es besonders wichtig, möglichst viele Kinder durch eine entsprechende Impfung zu schützen.

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de




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