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06.7.2012   |   Gesundheit

Hautkrebsrisiko: Kindheit ist entscheidende Phase

Die Sonnenschäden in der Kindheit bestimmen zum größten Teil das Lebenszeitrisiko für Hautkrebs. „Ein Sonnenbrand bei einem Erwachsenen hat in der Langzeitwirkung nicht so schlimme Folgen wie ein Sonnenbrand bei einem Kleinkind, das noch eine viel empfindlichere Haut hat“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Eine übermäßige Sonnenexposition in der Kindheit gehört zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Denn Kinderhaut ist um ein Vielfaches dünner als die Haut von Erwachsenen und noch unzureichend pigmentiert. Deshalb ist auch für Kinder in Deutschland Sonnenschutz – durch Kleidung, Sonnenhut sowie -brille, Schatten und Sonnencreme – ein Muss. Unter zwei Jahren sollten Kinder überhaupt nicht in die direkte Sonne.

Sowohl das Melanom, der aggressive schwarze Hautkrebs, als auch andere Hautkrebsformen, wie der sich langsamer entwickelnde weiße Hautkrebs, haben in den letzten Jahrzehnten weltweit insbesondere unter der hellhäutigen Bevölkerung zugenommen. Eine bessere und schnellere Diagnose, mehr Aktivitäten im Freien, ein verändertes Klima, eine abnehmende Ozonschicht und eine höhere Lebenserwartung der Menschen spielen dabei vermutlich eine Rolle. „In seltenen Fällen können auch Kinder und Jugendliche Hautkrebs entwickeln.

Eltern sollten deshalb Muttermale ihres Kindes untersuchen lassen, wenn sie wachsen, eine asymmetrische Form haben, der Rand ungleichmäßig verläuft und die Farbe uneinheitlich erscheint“, rät Dr. Fegeler. Amerikanische Pädiater beobachteten bei 18- bis 39-Jährigen einen Anstieg der Melanome um das Sechsfache in den letzten 40 Jahren. Experten machen dafür u.a. auch häufige Besuche beim Sonnenstudio verantwortlich.

Quellen: Johns Hopkins Medicine, BJD, J Cutan Aesthet Surg 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de




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