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29.6.2012   |   Haus & Garten

ÖKO-TEST Rollrasen – Verbotene Gifte im Gras


Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor hat in sechs Produkten das Mittel Methabenzthiazuron gefunden, das seit 2007 in der EU nicht mehr verwendet werden darf.

Mithilfe eines Rollrasens bekommen Gartenbesitzer zwar meist schnell eine schöne Grasfläche, doch manche Produkte stecken voller Spritzgifte, darunter sogar solche, die in der EU nicht mehr zugelassen sind. Darauf macht das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aufmerksam.

Offensichtlich scheren sich einige Rasenhersteller wenig darum, ob die eingesetzten Pflanzenschutzmittel hierzulande erlaubt sind oder nicht. Das von ÖKO-TEST beauftragte Labor hat in sechs Produkten das Mittel Methabenzthiazuron gefunden, das seit 2007 in der EU nicht mehr verwendet werden darf. Weitere zwei nachgewiesene Pestizide, Spiroxamin und Fenpropidin, hatten in Deutschland noch nie eine Zulassung für Rasen.

Neben den verbotenen Giften stecken zudem erlaubte Pestizide in den meisten Rollrasen.

Einige davon stehen im Verdacht, Krebs zu erregen oder das Kind im Mutterleib zu schädigen, andere sind extrem wassergefährdend, schädigen Wasserorganismen sogar langfristig und sind diesbezüglich nach europäischem Gefahrstoffrecht in die höchste Gefährdungsklasse eingestuft.

Erfreulich ist dagegen, dass die Rasenqualität bei fast der Hälfte der Proben gut ist. Allerdings gibt es bei manchen Produkten Kritikpunkte: So sind etwa die Testrollen von McRasen im Mittel sieben Prozent kleiner als angegeben. Zweimal war der Rasen im Querschnitt schräg geschnitten, d. h. die Kanten sind unterschiedlich dick. Dadurch passen sie nicht gut nebeneinander. Bei acht Anbietern standen die Gräser nicht dicht genug.

Das ÖKO-TEST-Magazin Juli 2012 gibt es seit dem 29. Juni 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro

ÖKO-TEST Verlag GmbH
www.oekotest.de

Tipps von CleanKids

Pestizide und andere Gifte werden über Schuhe und Aufwirbelungen beim Rasenmähen über kurz oder lang auch im Hausstaub landen.

Wir empfehlen Eltern aufgrund dieser Ergebnisse die konventionelle Rasensaat. Dann können auch Babys unbeschwert über das selbstgezogene Grün krabbeln. Außerdem macht es mehr Spass, weil selbstgezogen und für die Kinder ist es spannend zu beobachten, wie es nach und nach grüner wird.

Verzichten Sie grundsätzlich auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel im Garten, wenn Kinder im Haushalt leben. Viele dieser Mittel haben extrem lange Halbwertzeiten, sprich sie sind auch nach Jahren noch immer nachweisbar.

 

 




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