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21.6.2012   |   Rückrufe Lebensmittel

Schlankheitspillen „Fat Napalm Bomb“ hochgefährlich


Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln im Internet

Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff hat heute in Mainz, dass der Einkauf von sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln im Internet zum Teil erhebliche Risiken birgt. In diesem Zusammenhang warnte er auch vor den Schlankheitspillen „Fat Napalm Bomb“.

Das Internet mit seinen Möglichkeiten, nach Waren aus aller Welt zu suchen, sie per Mausklick zu bestellen und sich mit der Post oder mit Paketdiensten nach Hause liefern zu lassen, hat – auch für den Bereich der Lebensmittel und der Nahrungsergänzungsmittel (NEM) – eine enorme Bedeutung gewonnen. Bei der Vielzahl der Anbieter ist es oftmals für die Käufer nicht ersichtlich, ob es sich bei den Produkten um Originalprodukte oder lediglich um minderwertige Produktfälschungen handelt oder im schlimmsten Fall um Produkte mit gefährlichen Nebenwirkungen.

Unredliche Verkäufer versuchen die Anonymität des Internets auszunutzen. „Eine wirkungsvolle Kontrolle sämtlicher im Internet vertriebenen Nahrungsergänzungs­mittel stößt schon deshalb an ihre Grenzen, weil Hersteller oder Vertreiber, die ihren Sitz im Ausland haben, schlicht nicht erreicht werden können“, betonte der Minister.

Aktuell warnt das Landesuntersuchungsamt (LUA) dringend davor, den Verlockungen von Schlankheitspillen aus dem Internet zu erliegen.

In einem dieser Produkte hat das LUA erneut den gesundheitsschädlichen Arzneiwirkstoff Sibutramin nachgewiesen. Der zynische Name der angeblich rein natürlichen Fettverbrenner: „Fat Napalm Bomb“. Die Verpackung ist nur mit kyrillischen und asiatischen Schriftzeichen bedruckt. Im Internet wird „Fat Napalm Bomb“ auf deutschsprachigen Seiten allerdings damit beworben „ungefährlich“ zu sein und zu 100 Prozent aus Pflanzenextrakten zu bestehen. Ein Hinweis auf Sibutramin fehlt. „Die unwissentliche Einnahme von Sibutramin ist für Verbraucher aber brandgefährlich“, warnte Hartloff.

Der hochwirksame appetithemmende Arzneistoff hat wegen seiner starken Nebenwirkungen in Europa seit gut zwei Jahren keine Zulassung mehr. Er kann den Blutdruck stark erhöhen und akute Herzerkrankungen hervorrufen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Psychopharmaka drohen gefährliche Wechselwirkungen. Auch Todesfälle sind bekannt.

Hartloff erklärte weiter, dass man misstrauisch werden solle, wenn diese Produkte „mit schnellen und unrealistischen Erfolgsversprechen angeboten werden“, dazu noch „exklusiv“ im Internet vertrieben werden und es lediglich vage Verzehrempfehlungen gebe.

Weitere Informationen zu gefährlichen Schlankmachern >

Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz
www.lua.rlp.de

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