Atomkonzerne vernichten Milliarden – Umwelt- und Verbraucherschützer rufen Kunden zur Kündigung auf

Berlin, 17. Juni 2012 – Anlässlich der eingereichten Klagen der Energiekonzerne auf bis zu 15 Milliarden Euro Entschädigungszahlungen aus Steuergeldern für das Abschalten von Atomkraftwerken erneuert das Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ seinen Aufruf an Kunden der Großkonzerne E.on, RWE, Vattenfall und EnBW, den Stromversorger zu wechseln.

„Die Versuche der Atomkonzerne, die Steuerzahler mit einer Risikotechnologie zu schröpfen, die mehrheitlich nie gewollt war, gehen selbst nach dem beschlossenen Atomausstieg weiter“, prangert Melanie Ball vom Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“ an. E.on und RWE, die jetzt vor dem Bundesverfassungsgericht auf Schadenersatz klagen, hätten mehr als zehn Jahre Zeit gehabt, sich auf die angeblich so plötzliche Energiewende vorzubereiten: „Schon 2001 haben die Konzerne mit ihrer Unterschrift unter den Atomkonsens mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung die Eigentumsrechte an ihren AKW freiwillig und endgültig aufgegeben“, stellt Melanie Ball klar.

Greenpeace Energy - Energiegenossenschaft aus ÜberzeugungVattenfall sei unter den Bedingungen des Atomkonsenses überhaupt erst ins deutsche Atomgeschäft eingestiegen und wolle sich nun mit einer Klage vor dem Schiedsgericht der Weltbank erneut die Taschen füllen, kritisiert das Bündnis. Beim drittgrößten deutschen Energiekonzern EnBW versickerten Medienberichten zufolge Gelder in dreistelliger Millionenhöhe bei dubiosen (Schein-) Geschäften mit russischen Atomlobbyisten.  

Damit das Kalkül der Atomkonzerne nicht aufgeht, können Stromverbraucher und Steuerzahler nur eine Konsequenz ziehen: bei E.on, RWE, Vattenfall und EnBW kündigen. „Wechseln Sie zu einem Stromanbieter, der vertrauensvoll mit Ihrem Geld umgeht und es in sinnvolle Projekte investiert!“, rät Melanie Ball vom Aktionsbündnis „Atomausstieg selber machen“. Die unabhängigen Ökostromanbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom investieren seit über 10 Jahren konsequent in die Energiewende und liefern bundesweit ausschließlich Ökostrom, empfiehlt das Bündnis.

Informationen und Hilfestellungen erhalten Verbraucher unter www.atomausstieg-selber-machen.de oder bei der kostenlosen Hotline 0800 7626852. „Atomausstieg selber machen“ ist ein Bündnis aus Umweltorganisationen, Verbraucherschutzverbänden und Anti-Atom-Initiativen.

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4 Antworten

  1. Willi Bergmann sagt:

    Warum wird zu dem Vorwurf der „Vernichtung von Milliarden“ keine Quelle angegeben? Wie seriös ist ein Artikel, wenn nicht der geringste Beweis oder auch nur irgendeine zusätzliche Information über die angebliche Milliardenvernichtung genannt wird?

  2. Hallo Herr Bergmann,
    Der Bericht bezieht sich auf Medienberichte der vergangenen Tage

    EnBW zahlte 200 Millionen für Scheinverträge
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/russischer-lobbyist-enbw-zahlte-200-millionen-fuer-scheinvertraege/6738184.html

    AKW-Betreiber fordern 15 Milliarden für Atomausstieg
    http://bewegung.taz.de/organisationen/contratom/blogeintrag/akw-betreiber-fordern-15-milliarden-fuer-atomausstieg

  3. joe sagt:

    Mehrheitlich nicht gewollt ist eine Ansichtsfrage und ist in dieser Pauschalität unseriös.
    In den 70er Jahren unter dem Eindruck der Ölkrise war die Atomenergie schon mehrheitlich gewollt und wurde gesellschaftlich gefördert. Das dies jetzt anders aussieht, ist eine ganz andere Frage.
    PS: muß Werbung nicht mit der Überschrift „Anzeige“ deklariert werden??

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