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21.5.2012   |   Kindersicherheit

Kinder nicht allein in Räumen mit geöffneten Fenstern lassen

Der Berliner Kinderschutzbund warnt erneut davor, Kinder unbeaufsichtigt in Räumen mit geöffneten Fenstern spielen zu lassen. „Schon die Kleinsten sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, mal eben das Fenster oder die Balkontür zu öffnen. Und leider geht es schneller als man denkt, dass die Kinder auf ein Fensterbrett klettern oder sich über die Balkonbrüstung lehnen“, sagte Alex Jakob, Pressesprecherin des Berliner Kinderschutzbundes.

„Kinder können die Gefahr noch nicht einschätzen. Daher raten wir, Kinder niemals alleine in einem Zimmer zu lassen, wenn dort die Fenster oder die Balkontür offen sind. Auch dann nicht, wenn man nur kurz den Raum verlässt.“ Der Berliner Kinderschutzbund empfiehlt außerdem, Fenster und Türen mit abschließbaren Griffen zu versehen.

Erst kürzlich war ein Zweijähriger aus dem Fenster einer Berliner Wohnung gefallen. Glücklicherweise verletzte er sich nur leicht, weil die Wohnung im Hochparterre lag. Kurz davor stürzte ein siebenjähriger Junge aus einem geöffneten Fenster im 6. Stock. Der Junge kam mit mehreren Brüchen und inneren Verletzungen in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Im März war ein 15 Monate altes Kleinkind auf das Dach eines Anbaus geklettert und drei Meter tief gestürzt.

Verlieren Sie Ihr kleines Kind bei geöffnetem Fenster niemals aus den Augen!  

Kinder unter drei Jahren müssen ihrem Alter entsprechend, das heißt möglichst in Reichweite und mindestens mit ständigem Blickkontakt, beaufsichtigt werden. Sie sind besonders anfällig für schwere Unfälle. Sowohl ihr Gefahrenbewusstsein als auch ihre Sinnesentwicklung und Motorik sind noch nicht weit entwickelt. Darüber hinaus sind die Kleinsten neugierig und experimentieren gerne.

 Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, aber zu den gefährlichsten Kinderunfällen und enden oft tödlich. „Besonders gefährdet sind Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr, da Eltern gerade in diesem Alter die Schnelligkeit und Geschicklichkeit ihrer Sprösslinge unterschätzen. Schon ein kurzer Moment, in dem Aufsichtspersonen unaufmerksam sind, reicht für die Kleinen aus, um unbemerkt aufs Fensterbrett oder den Balkon zu klettern“, sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).      

Fenster und Balkone kindersicher gestalten  

Bereits ein Sturz aus dem Erdgeschoß kann tödlich enden. Um derartige Unglücksfälle zu vermeiden, ist es für Eltern von Kleinkindern unbedingt empfehlenswert, Fenster und Balkontüren kindersicher zu machen. „Gute Kindersicherungen verhindern nicht nur, dass Fenster weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden können, sondern auch das ungewollte Schließen oder Zufallen und schützen damit vor eingezwickten Fingern. Am besten verwendet man Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind, aber auch der nachträgliche Einbau ist kein Problem“, weiß Dunzendorfer. Ist das Fenster mit einem Kippmechanismus ausgestattet, sollte, wenn Kleinkinder zuhause sind, das Fenster zum Lüften nur gekippt werden. Fenstersicherungen werden am oberen Ende der Fenster außer Reichweite von Kindern montiert.

Für Balkone oder Vordächer gilt: Gitter und Umzäunungen dürfen keine Querlatten haben, da Kinder sonst an ihnen hochklettern können.    

 

Tipps zur Vermeidung von Fensterstürzen:

Lüften Sie nur gezielt und kurz und behalten Sie währenddessen Ihr Kind kontinuierlich im Auge.

Sichern Sie Fenster und Balkontüren durch abschließbare Griffe und halten Sie die Schlüssel unter Verschluss.

Montieren Sie Sicherheitsriegel, damit das Kind auch ein gekipptes Fenster nicht öffnen kann.

Stellen Sie keine erkletterbaren Gegenstände wie Stühle, Sofa, Mülleimer oder hohe Blumentöpfe vor Fenster oder Balkonbrüstungen.

Besondere Vorsicht bei Dachluken.    

Weitere Tipps rund um Kindersicherheit sind auf der Internetseite der BAG unter www.kindersicherheit.de zu finden.  

Quellen:
Berliner Kinderschutzbund
BAG unter www.kindersicherheit.de
Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)




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