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16.5.2012   |   Ernährung - Verbraucher

Gen-Food im KaDeWe


Greenpeace-Aktivisten informieren Verbraucher über riskante Gentechnik

Nach Greenpeace-Recherchen bietet das Kaufhaus des Westens in Berlin ein großes Sortiment gentechnisch veränderter Lebensmittel an. Eine Backmischung enthält nach Laboruntersuchungen der Umweltschutzorganisation zudem Gen-Mais, der auf der Zutatenliste nicht genannt wird.

Der Verkauf von nicht gekennzeichnetem Gen-Food ist in Europa strafbar.

Die meisten Verbraucher wollen sich kein Gen-Food unterjubeln lassen, sagt Christiane Huxdorff, Gentechnikexpertin von Greenpeace. Mit genmanipulierten Lebensmitteln müssen sie unfreiwillig den Anbau der riskanten Agro-Gentechnik unterstützen.  

Insgesamt 37 gentechnisch veränderte Lebensmittel bietet das KaDeWe an: Süßigkeiten, Barbecue-Soßen und Backmischungen. Die Kennzeichnung findet sich – für den Verbraucher fast unsichtbar – im Kleingedruckten. Greenpeace-Aktivisten fordern das KaDeWe heute auf, gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht mehr zu verkaufen. Verbraucher können mit einem Stimmzettel gegen Gen-Food votieren.  

So enthalten zum Beispiel die KaDeWe-Produkte Reese´s Peanut Butter Cups und Kellogg’s Pop Tarts Gen-Zucker, Gen-Mais und Gen-Soja. Die Tipsy BBQ Sauce ist mit Gen-Maisstärke und Gen-Sojabohnen hergestellt. Die nicht gekennzeichnete US-Backmischung stammt von Betty Crocker. Im Interesse der Verbraucher sollte das KaDeWe nur noch Importprodukte verkaufen, die garantiert keine Zutaten aus Gen-Pflanzen enthalten, sagt Huxdorff.  

Lebensmittel aus den USA enthalten meistens genmanipulierte Zutaten  

Das derzeitige KaDeWe-Angebot an genmanipulierten Lebensmitteln ist typisch für Produkte aus den USA. Dort werden generell genmanipulierte Zutaten wie Gen-Zucker, Gen-Soja oder Gen-Mais für die Lebensmittelherstellung verwendet. Über 90 Prozent der in den USA angebauten Soja und 85 Prozent des Maises sind gentechnisch verändert. Eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus Gen-Pflanzen existiert dort nicht. Importeure machen sich jedoch strafbar, wenn sie undeklariertes Gen-Food in Europa verkaufen.  

Seit der europäischen Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel aus dem Jahr 2004 gibt es auf dem deutschen Markt kaum Gen-Food. Eine Ausnahme bleibt US-Importware. Doch auch hier regt sich Widerstand: Der Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben ist in den USA inzwischen umstritten, da sich die Rüben leicht mit artverwandten Pflanzen kreuzen können. Ihre Ausbreitung ist kaum kontrollierbar.

 Greenpeace e.V. www.greenpeace.de




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