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08.5.2012   |   Haus & Garten

NDR-Markt: Baumärkte verkaufen gefährliche Moosentferner


Baumärkte empfehlen Eisendünger zur Entfernung von Moos im Rasen, ohne auf die Gefährlichkeit hinzuweisen.

Eisendünger enthält den Wirkstoff Eisen-II-Sulfat und ist als giftiges Pflanzenschutzmittel einzustufen. Baumärkte aber verkaufen ihn als billigen Dünger. Das haben Recherchen des NDR Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins „Markt“ (Sendung vom Montag, 7. NDR Fernsehen) ergeben. Mediziner und Umweltbundesamt zeigen sich besorgt.

 

In einer Stichprobe hat „Markt“ fünf Baumärkte besucht – Obi, Max Bahr, Praktiker, Bauhaus und Hornbach – und immer dieselbe Frage gestellt: „Was empfehlen Sie gegen Moos im Rasen?“ Alle getesteten Baumärkte empfahlen Eisendünger, Eisen-II-Sulfat, in 3 kg-, 5 kg- und 10 kg-Eimern. Prof. Jens Utermann vom Umweltbundesamt kritisiert: „Wenn Eisen-II-Sulfat als Unkrautbekämpfungsmittel gegen Moos eingesetzt wird, dürfte es nicht als Düngemittel verkauft werden.“

Und: Die toten Moospflanzenteile dürfen weder auf den Kompost noch in die Biotonne noch in den Hausmüll. Sie sind Sondermüll und müssen bei den Schwermetallen entsorgt werden

Keiner der Mitarbeiter in den Baumärkten gab den „Markt“-Reportern einen Hinweis auf Schutzkleidung. Auf Nachfrage hieß es nur, dass Gummihandschuhe ganz gut wären. Will man Eisendünger vorschriftsmäßig ausbringen, müssten jedoch säurebeständige Schutzhandschuhe, ein Schutzanzug, eine Brille und eine Gesichtsmaske mit Atemschutz getragen werden. Ulrike Opravil vom Berufsverband Deutscher Arbeitsmediziner rät, die Sicherheitshinweise dringend zu beachten. „Vor allem die Augen sind bei Kontakt mit dem Wirkstoff gefährdet, denn das Eisen-II-Sulfat im Dünger kann ätzende Schwefelsäure freisetzen, wenn es mit der feuchten Bindehaut der Augen in Berührung kommt.“

Max Bahr und Hornbach räumten „Markt“ gegenüber ein, die Mitarbeiter künftig besser zu schulen. Bauhaus will Eisendünger aus dem Sortiment nehmen. Obi und Praktiker hatten sich bis Redaktionsschluss zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Quelle: NDR




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