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04.5.2012   |   Allgemein

Eichenprozessionsspinner – Kontakt mit giftigen Raupenhaaren vermeiden!


Beim Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden

HANNOVER. Die Anfang Mai schlüpfende Raupe des Eichenprozessionsspinners sieht zwar hübsch aus, kann aber gefährlich sein: Ab dem 3. Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Härchen, die bei Berührung leicht brechen und dann das Nesselgift Thaumetopoein absondern.

Bild: R. Altenkamp, Berlin

Dieses Gift kann in direktem Kontakt bei Mensch und Tier eine stärkere Reizung der Haut und Schleimhäute auslösen, die sogenannte Raupen­dermatitis: ein örtlich begrenzter stark juckender Hautausschlag mit Rötung, Quaddeln und Bläschen, vor allem im Gesicht, am Hals und in den Ellenbogenbeugen. Dies sind meist unbe­deckte, besonders empfindliche Hautstellen – insbesondere auch bei Kindern. Seltener sind Reizungen der Augen oder der Atemwege, in Einzelfällen können aber bei sensibilisierten Personen auch allergische Reaktionen oder asthmatische Anfälle ausgelöst werden.

Beim Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können mit Medikamenten behandelt und dadurch gemildert werden.

Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt warm-trockene, lichte Eichenwälder und Bestandesränder. Früher waren eher vereinzelte Bäume in Süddeutschland betroffen. In den letzten Jahren tritt der Eichenschädling aber in Massenver­mehrung auf und breitet sich auch zunehmend im Norden aus. Mittlerweile sind daher nun auch einige Landkreise in Niedersachsen davon betroffen.

Die Raupen leben tagsüber und während der Häutung in Gespinstnestern, die großen Spinnennetzen bzw. Beuteln ähneln. Diese sind gefüllt mit Raupenkot und alten Larvenhäuten sowie den Gifthärchen und sitzen meist am Stamm und in Astgabelungen von Eichen. Von diesen Nestern aus wandern die Raupen der Eichenprozessionsspinner abends in langen Reihen zu den Fressplätzen in den Kronen und bilden dabei die markanten namengebenden Prozessionen. Die Nester können mehrere Jahre überdauern und die darin befindlichen Gifthärchen wirksam bleiben. Man sollte Nester daher nicht berühren, auch wenn sie älter sind.

Vorsichtsmaßnahmen

Befallene Areale der Massenvermehrung meiden, ggf. vorhandene Absperrungen oder Hinweisschilder beachten     Raupen und Gespinste nicht berühren, Kinder informieren bzw. beaufsichtigen    

nach versehentlichem Kontakt mit Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung  

Empfindliche Hautbereiche (z.B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen    

Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen an Bäumen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind    

Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten mit Vollschutzanzug und Atemschutz durchführen lassen

Betroffene Landkreise und Städte in Niedersachsen in 2012

Grafschaft Bentheim
Braunschweig
Gifhorn
Harburg
Helmstedt
Lüchow-Dannenberg
Lüneburg
Uelzen
Wolfenbüttel
Wolfsburg

(Quelle: Julius Kühn-Institut 2012, in alphabetischer Reihenfolge)

Weitere Informationen und hilfreiche Internetlinks finden Sie auch auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA): http://www.nlga.niedersachsen.de

 




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