ÖKO-TEST Schlafsäcke – Direkt aus der Chemiefabrik

Outdoorhersteller stellen ihre Produkte gerne so dar, als seien sie in der heilen Natur zu Hause. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die Schlafsäcke stecken voller für Mensch und Umwelt gefährlicher Inhaltsstoffe. Darauf macht das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST aufmerksam.

In Stoffteilen des Bundeswehrschlafsacks fand das von ÖKO-TEST beauftragte Labor etwa den krebserzeugenden Farbstoff p-Aminoazobenzol in einer Menge, die gesetzlich nicht zulässig ist. Damit hätte das Produkt gar nicht verkauft werden dürfen.

Doch auch die anderen Schlafsäcke sind nicht ohne: In den meisten konnten unter anderem giftige Stoffe wie Dibutylzin und Tributylzinn nachgewiesen werden, die sich in der Umwelt nur schwer abbauen und vermutlich schon in kleinen Mengen das Immun- und Hormonsystem des Menschen durcheinanderbringen können.

Besonders bitter ist, dass drei Schlafsäcke mit Fluorverbindungen behandelt wurden, um sie wasserabweisend zu machen. Diese Verbindungen sind aber ein großes Umweltproblem, weil sie – einmal hergestellt – kaum mehr abgebaut werden können. Heute sind sie überall nachweisbar, sogar in den Organen von Eisbären. ÖKO-TEST empfiehlt daher, keinesfalls Schlafsäcke zu kaufen, die als „wasserabweisend“ beworben werden. Leider können sich Verbraucher, die einen schadstofffreien Schlafsack suchen, nicht nach dem Preis richten, denn die meisten teuren Markenprodukte fallen ebenso wie viele günstigeren mit einem „ungenügend“ durch den Test.

Am besten schnitten zwei Produkte von Globetrotter und Sport-Scheck ab, die immerhin noch ein „befriedigendes“ Testergebnis erzielten.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2012 gibt es seit dem 27. April 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

 

ÖKO-TEST Verlag GmbH www.oekotest.de