Falsche Anwendung von Tragehilfen kann Babys Hüftgelenken schaden

(Köln) Tragetücher und Tragehilfen sind ideal, um Babys zu transportieren. Einige Modelle und Tragetechniken schädigen jedoch die noch nicht ausgereiften Hüftgelenke. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hin.

Für die optimale Entwicklung der Hüftgelenke ist eine Beugestellung der Beine am günstigsten. Wenn die Kinder im Tragetuch sitzen, werden ihre Beine um 90 Grad oder mehr gebeugt, mäßig abgespreizt und können nicht gestreckt werden. In dieser Stellung zieht die Muskulatur die Hüftköpfe in die Pfannen, gleichzeitig wird die Verknöcherung der Pfanne gefördert: Knorpel werden zu Knochen.

Ideal: Gesicht zum Körper, Beine gebeugt

„Tragetücher oder Tragehilfen sind also grundsätzlich gesund, wenn das Kind darin mit leicht abgespreizten und gebeugten Beinen auf dem Rücken, Bauch oder Hüfte des Trägers oder der Trägerin sitzt oder hockt. Dabei ist das Gesicht des Kindes dem Träger oder der Trägerin zugewandt. Bei Tragehilfen wird diese Stellung erreicht, wenn z. B. ein Steg knapp oberhalb der Kniegelenke vorhanden ist, der die Hüfte in eine Beugung von über 90 Grad und eine Abspreizung von 40 Grad bringt. Dabei sollten die Kniegelenke frei beweglich sein,“ so Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), heute in Köln.

Gestreckte Beine schädigen Hüftgelenke

„Wird das Kind mit dem Rücken zum Tragenden transportiert bzw. hat die Tragehilfe keinen oder einen zu kurzen Steg, werden die Beine des Kindes durch das Eigengewicht gestreckt. Die noch weichen Hüftgelenke werden geschädigt: Der Hüftkopf wird nach außen gehebelt. Es kann zu Hüftgelenksschäden kommen. Wir raten von solchen Tragehilfen nachdrücklich ab“.

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V. 
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