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14.3.2012   |   Freizeit und Urlaub - Kindersicherheit

Kinder ertrinken leise


Bald geht die Badesaison wieder los, aber: Aufmerksamkeit ist Vorsichtsmaßnahme Nr.1 beim Baden

Pack die Badehose ein – wenn die Sonne vom Himmel lacht, können Eltern mit diesem Satz auch ein Lachen auf das Gesicht ihrer Kinder zaubern. Der Badespaß ist bei den Kleinen im Sommer ganz groß. Für Mutter und Vater bedeutet der Ausflug zum See oder ins Schwimmbad aber auch erhöhte Aufmerksamkeit, denn Ertrinken ist die zweithäufigste Unfallursache, die zum Tod von kleinen Kindern führt.

„Kinder ertrinken leise“, sagte BAG-Präsidentin Dr. Stefanie Märzheuser. „Man hört nur einmal ein Platschen. Durch Zappeln können sie nicht mehr an die Oberfläche kommen, da kleine Kinder eine andere Verteilung des Körpergewichts haben als Erwachsene“, sagte die dreifache Mutter, die als Kinderchirurgin an der Charité in Berlin arbeitet. Kinder kämen deshalb nicht mehr – wie viele Eltern glaubten – für einen kurzen Augenblick nach oben; sie würden vielmehr wie ein Stein zu Boden sinken. Deshalb würden Eltern gar nicht merken, dass das Kind ertrinkt.

„Bei der Rettung stehen die Chancen bei alles oder nichts, weil das zeitliche Fenster so eng ist“, sagte Märzheuser. Innerhalb weniger Minuten komme es im Gehirn aufgrund von Sauerstoffmangel zu irreparablen Schäden.

Nach ECOSA-Erkenntnissen verunglücken Kinder bis zu zwei Jahren am häufigsten in der Badewanne, gefolgt von Gartenteichen bei den Ein- bis Dreijährigen und offenen Gewässern bei den Zwei- bis Sechsjährigen. Die meisten Unfälle bei Kindern über sechs Jahre passieren in Schwimmbädern; bei den über Achtjährigen sind das Meer oder Seen besondere Gefahrenpunkte.

Doch so weit muss es nicht kommen. „Kinder sollten nie alleine und unbeobachtet in den Nähe von Wasser sein“, sagte die BAG-Präsidentin. Ertrinken ist keine Frage der Wassertiefe. Kleine Kinder können in wenigen Zentimeter flachem Wasser ertrinken, wenn sie mit dem Gesicht hinein fallen.

Säuglinge sollten laut BAG nur in speziellen Babywannen baden und dabei auf keinen Fall allein sein. Erwachsene sollten sich niemals – auch nicht für kurze Zeit – weg bewegen. Das gleiche gilt für Kleinkinder, die nie allein baden sollten. Sie verlieren in der gefüllten Wanne auf dem glitschigen Boden schnell den Halt, da der Körper sehr leicht ist. Eine Noppeneinlage kann Abhilfe schaffen. Aber auch größere Kinder sind gefährdet, weil sie in der Wanne gerne toben – was schlimmstenfalls dazu führt, dass der Kopf aufschlägt, das benommene Kind untertaucht und ertrinkt.

Im Altern von vier Jahren empfiehlt Märzheuser, Kindern das Schwimmen beizubringen. „Auch wenn sie nicht direkt schwimmen können, lernen sie, sich im Wasser richtig zu bewegen“, sagte die BAG-Präsidentin. Die ersten Züge im Wasser können zwar Schwimmflügelchen erleichtern, dennoch sind Schwimmtiere, -reifen und -ringe keine geeigneten Schwimmhilfen. Hilfreich sind Flügelchen mit zwei aufblasbaren Luftkammern, die am Arm des Kindes zu befestigen sind, Klettverschlüsse sind ungeeignet. Auch bereits gute Schwimmer sollten nie alleine gelassen werden. „Lieber einmal zu viel vorsichtig sein und hinterher springen, als einmal zu wenig“, sagte Märzheuser.

Wenn man auf einen Swimmingpool oder einen Teich im Garten nicht verzichten möchte, kann diese durch entsprechende Maßnahmen sichern wie durch einen nicht zu erkletternden, mindestens einen Meter hohen Zaun und einen Bewegungsmelder. „Jedes dieser Mittel allein reicht nicht, es macht die Kombination aus“, sagte Märzheuser.

Bild: Das sichere Haus

Damit am Wasser wirklich nichts passiert, müssen Erwachsene für eine lückenlose Aufsicht in unmittelbarer Griffnähe des Kindes sorgen”, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn.

“Auch Kinder, die das Frühschwimmerabzeichen “Seepferdchen” erworben haben, sind keine sicheren Schwimmer. Eltern sollten ihre Schwimmanfänger stets im Blick haben”, rät Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG.

 

Deshalb haben BAG und DLRG sechs Regeln für den sicheren Badespaß mit Kindern zusammengestellt:

1. Kinder nie alleine im und am Wasser lassen. Immer in Griffnähe sein Kinder ertrinken leise. Sie gehen in Sekundenschnelle unter wie ein Stein. Aufgrund ihrer Körperproportionen ertrinken kleine Kinder sogar im flachen Wasser.

2. Aufsichtspflicht niemals auf ältere Geschwisterkinder übertragen Kinder sind mit der Betreuung von kleinen Geschwistern im und am Wasser überfordert, denn sie können gefährliche Situationen noch nicht richtig einschätzen.

3. Kinder früh mit Wasser vertraut machen Schon Babys sollten schrittweise und spielerisch mit Wasser und dessen Eigenschaften vertraut gemacht werden. Bereits kleine Kinder können Ausatmen und Tauchen lernen sowie ihren Orientierungssinn unter Wasser schulen. Kinder sollten unbedingt ab vier Jahren mit dem Wasser vertraut gemacht werden. Ab etwa fünf Jahren empfiehlt sich der Besuch eines Schwimmkurses.

4. Auftriebshilfen nur unter Aufsicht benutzen Ratsam sind Schwimmflügel mit zwei Luftkammern und einem GS Zeichen. Wenn Kinder mit Schwimmhilfen im Wasser sind müssen sie ständig beaufsichtigt werden. Schwimmringe und -spielzeuge sind gefährlich, wenn Kinder hindurch rutschen und ins “Tiefe” abgleiten.

5. Kinder auf mögliche Gefahren vor Ort hinweisen Ob am Meer, im Schwimmbad oder zu Hause, Kinder sollten auf Wellengänge, Wassertiefe, Strömungskanäle und Sprungbereiche und deren Gefahren wiederholt hingewiesen werden.

6. Schwimmen lernen ist lebenswichtig Ein Kind kann sicher schwimmen, wenn es: sich unter Wasser genauso gut zu Recht findet, wie über Wasser und mehrere Sprünge ins Wasser beherrscht, 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen kann und beim Wasserschlucken nicht anhalten muss auf dem Rücken genauso gut schwimmt wie in Bauchlage.

 

Viele Kinder sind auf das Seepferdchen als erstes Schwimmabzeichen stolz. Sie sind aber noch keine sicheren Schwimmer. Deshalb sollten Eltern sollten immer in der Nähe bleiben und ihre Kinder motivieren, das Jugendschwimmabzeichen zu erwerben: So sind sie besser vor Schwimmunfällen geschützt.

 

Über die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG)

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG) mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Sie wurde 1998 unter dem Dach der Bundesvereinigung für Gesundheit e. V. auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit und mit Unterstützung des Gründungsförderers Johnson & Johnson ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist es, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. www.kindersicherheit.de

 

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