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02.3.2012   |   Allgemein

Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland


Kinder- und Jugendärzte erleben in ihren Praxen diese Armut und sehen, dass arme Kinder schlechtere Startchancen haben

Ende Januar hat die Bundesagentur für Arbeit stolz berichtet, dass die Kinderarmut in Deutschland bei den unter 15-Jährigen zwischen Sep-tember 2006 und September 2011 um 13,5 % zurückgegangen ist.

Analysiert man diese Zahlen, so ist unberücksichtigt geblieben, dass in diesem Zeitraum auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen zurückgegangen ist. Nach Berechnungen der Sozialverbände ist etwa jedes 7. Kind in Deutschland weiterhin als arm zu bezeichnen. Es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Bayern schneidet gut ab, in Berlin allerdings lebt weiterhin jedes 3. Kind unter 15 Jahren in Armut. Auch im Ruhrgebiet, vielen Großstädten und den neuen Bundesländern leben überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche in Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind.

Wir Kinder- und Jugendärzte erleben in unseren Praxen diese Armut und sehen, dass arme Kinder schlechtere Startchancen haben. Daher können wir keine Entwarnung geben und fordern unverändert erhebliche Anstrengungen der Gesellschaft, um alle Kinder entsprechend ihren Anlagen frühzeitig zu fördern, damit sie aus dem Teufelskreislauf Arbeitslosigkeit und Armut mit all den bekannten Folgen herauskommen. 

Dazu gehört auch, dass eine flächendeckende Versorgung von Kindern und Jugendlichen durch entsprechend weitergebildete Kinder- und Jugendärzte sichergestellt wird, denn – wie auch wieder die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Verabreichung von Antibiotika bei Kindern gezeigt hat – die Kinder und Jugendlichen profitieren davon.

Daher fordert der BVKJ mit Nachdruck, dass auch die Weiterbildung von Kinder- und Jugendärzten analog der Weiterbildung von Allgemeinärzten in den Praxen finanziell gefördert wird, damit diese wichtige fachärztliche Versorgung auch in Zukunft gewährleistet ist. Genügend Interessenten gibt es, aber es mangelt an den entsprechenden Rahmenbedingungen.

 

Frühförderung hat einen besonders hohen Stellenwert

Wir wissen aus vielen Studien, dass optimale Frühförderung der Schlüssel zur Bekämpfung von Armut, Gewalt, Bildungsferne und Folgeerkrankungen von Bewegungsmangel und Fehlernährung ist. Daher muss die Chance der frühen außerhäuslichen Betreuung von Kindern unter 3 Jahren besonders für sozial benachteiligte Kinder optimal genutzt werden. Dazu bedarf es einer ganz besonderen Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern in dieser frühen Entwicklungsstufe. Die bisherige Ausbildung ist unzureichend, ebenso die Relation von Erziehern zu Kindern in der Mehrzahl der U3-Kindertageseinrichtungen. Wir sind gespannt, ob die gesetzlichen Vorgaben zur Bereitstellung der U3-Betreuungsplätze zeitgerecht bundesweit erfüllt werden.

Der BVKJ fordert seit langem wesentliche Verbesserungen und hält von der aus Bayern favorisierten so genannten „Herdprämie“ nichts, ebenso nichts von einer Erhöhung des Kindergelds. Diese Mittel müssen in die qualifizierte Frühförderung der Kinder investiert werden, um mehr Chancengleichheit in Deutschland zu schaffen.

Natürlich fordern wir nicht, dass jedes Kind unter 3 Jahren grundsätzlich in Kindertageseinrichtungen untergebracht werden muss, denn es gibt immer noch viele Familien, die ihre Kinder auch in diesem Alter gut fördern und beste Startchancen geben.

Die immer wieder zu beobachtende Verlagerung pädagogischer Defizite als krankhafte und therapiebedürftige Befunde in das Gesundheitswesen (Medikalisierung), wie sie die jährlichen Berichte der Krankenkassen mit erheblichen Steigerungsraten bei den Heilmittelverordnungen aufweisen, sind keine dauerhaften Lösungsansätze und zeigen nur auf, dass wir im Bereich der Frühförderung unserer Kinder unverändert ganz erhebliche Unzulänglichkeiten haben. Im vorschulischen Bereich müssen die Bildungsanstrengungen ganz massiv gesteigert werden, wenn wir als rohstoffarmes Land, das allein mit der optimalen Qualifikation seiner Bürger wuchern kann, in der Welt unseren Platz behaupten wollen. Ohne optimal ausgebildete Menschen werden unsere sozialen Ver-sorgungssysteme zusammenbrechen.

Es kann und darf nicht sein, dass in manchen Familien alle Generationen dauerhaft von Sozialtransfersystemen leben und keinen aktiven Beitrag in unserer Gemeinschaft leisten. Ca. 80.000 Jugendliche jährlich ohne Schulabschluss sind ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft. 

 

Gesunde Ernährung in Kindertageseinrichtungen

Da immer mehr Kinder in Kindertageseinrichtungen verpflegt werden, ist es unbedingt erforderlich, dass diese Einrichtungen bestimmte Standards einhalten. Wir fordern, dass sich alle Einrichtungen an dem bewährten Konzept des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund orientieren, das das Prinzip der optimierten Mischkost für Kinder und Jugendliche (optimiX) entwickelt und evaluiert hat.

1, 9 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind übergewichtig und ca. 800.000 Kinder und Jugendliche adipös. Dies sind alarmierende Zahlen. Der Typ II-Diabetes (Altersdiabetes) bei Kindern und Jugendlichen nimmt seit Jahren drastisch zu mit ganz erheblichen Folgekosten für unser Gesundheitswesen und führt zu vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit.

Durch gesunden Lebensstil mit abwechslungsreicher Mischkost, täglicher Bewegung, Verzicht auf Rauchen und verantwortungsbewusstem Umgang mit Medien und Alkohol lassen sich viele chronische Erkrankungen im Erwachsenenalter vermeiden bzw. in ihrer Intensität deutlich abschwächen.

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.
www.kinderaerzte-im-netz.de




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