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16.11.2011   |   Kindersicherheit

ÖAMTC: In drei Quartalen mehr tödlich verunglückte Kinder als im gesamten Vorjahr


Bisher 13 getötete sowie 2.005 verletzte Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr in Österreich

Kinder sind im Straßenverkehr gefährdet, insbesondere beim Queren der Fahrbahn kommt es regelmäßig zu schrecklichen Unfällen. Dass solche immer wieder passieren, erklärt sich Verkehrspsychologin Marion Seidenberger folgendermaßen: „Kinder reagieren spontan, sie sind leicht ablenkbar und können mangels Erfahrung heikle Situationen oft nicht richtig einschätzen.“ Insgesamt wurden 545 Kinder bis Ende September als Fußgänger im Straßenverkehr verletzt, 921 weitere als Mitfahrer und 539 als Lenker von Fahrrädern oder Rollern (Quelle: Statistik Austria). „Heuer kamen bereits 13 Kinder im Straßenverkehr ums Leben, das sind insgesamt drei mehr als im gesamten Vorjahr“, erläutert die ÖAMTC-Expertin die erschreckenden Zahlen (Quelle: BMI). 

Kinder haben besondere Schwierigkeiten beim Abschätzen von Geschwindigkeiten des herannahenden Verkehrs. „Dass ein Fahrzeug nicht sofort stehen bleiben kann, ist den meisten gar nicht bewusst“, erklärt Seidenberger. Statt auf ihre Umgebung zu achten, konzentrieren sich insbesondere Kinder bis zum Alter von vier Jahren hauptsächlich auf Dinge, die ihre Neugier wecken. Aber auch ältere Kinder sind besonders empfänglich für Ablenkungen. Deshalb rät die ÖAMTC-Verkehrspsychologin allen Eltern, sicheres Verhalten regelmäßig zu thematisieren, vorzuzeigen und mit den Kindern zu üben.

 

Sicherheitstipps für Kinder im Straßenverkehr

Allgemein auf Sichtbarkeit achten, verstärkt wenn der Schulweg über Landstraßen führt. Es helfen helle Kleidung und reflektierende Materialien.

„Sind Kinder mit Roller oder Rad unterwegs, sollten die Eltern auf eine entsprechende Sicherheitsausrüstung achten“, empfiehlt die ÖAMTC-Expertin.

Da Kinder besonders leicht ablenkbar sind, sollte man ihnen am Schulweg gewisse Gegenstände besser nicht direkt in die Hand geben, die ihren Teil zur Unachtsamkeit beitragen. Dazu gehören beispielsweise Zeitschriften, Computerspiele oder Handys – diese sind besser in der Tasche aufgehoben.

„Rangeleien oder Wettrennen sind im und um den Straßenverkehr herum tabu“, sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Seidenberger.

Auch im Zusammenhang mit öffentlichen Verkehrsmitteln gilt es einiges zu beachten: Niemals dem Bus oder der Bim nachlaufen. Außerdem sollte den Kindern eingeprägt werden, nicht unmittelbar neben einer Bim oder dem Bus zu queren, sondern zu warten, bis das öffentliche Verkehrsmittel die Station verlässt. Die Straße darf nur bei freier Sicht betreten werden.

Für Fahrzeuglenker heißt es aufpassen, wenn sie Kinder am Straßenrand entdecken. Sicherheitshalber das Tempo reduzieren und den Kindern das Queren an Zebrastreifen und Kreuzungen problemlos erleichtern. Vorsicht empfiehlt sich auch bei offensichtlichen Baustellen im Fußgängerbereich: „Geänderte Situationen veranlassen viele, neue Querungsmöglichkeiten zu suchen“, erklärt die ÖAMTC-Expertin.

Lkw-Fahrer müssen besonders wachsam sein, dass querende Kinder nicht im „toten Winkel“ verschwinden.

 

Und ein letzter Tipp der ÖAMTC-Verkehrspsychologin: Eltern sollten ab und zu kontrollieren, ob sich die Kids an die mit ihnen geschlossenen „Schulwegvereinbarungen“ halten.




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