CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

31.10.2011   |   Allgemein

Neues Kinderschutzgesetz: Viel Lärm um wenig Neues


„Viel Lärm um wenig Neues“: Kinder- und Jugendärzte enttäuscht über neues Kinderschutzgesetz

„Alle Berufe, die Kinder betreuen, müssen auch bei vagem Verdacht auf eine Kindesmisshandlung oder –vernachlässigung ohne ausdrückliche Erlaubnis der Eltern miteinander sprechen können, um eine eventuelle Gefährdung des Kindeswohls zu entkräften oder zu erhärten“, bekräftigt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands heute in Köln den Standpunkt seines Verbandes.

„Das neue Gesetz hat hier keine Verbesserung geschaffen, weiterhin sind die Schranken zu hoch.“ Gewichtige Anhaltspunkte, die das Gesetz als Ausnahme von der Erlaubnisverpflichtung vorsieht, sind bereits heute schon eine Verpflichtung, bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung gegenüber den Behörden tätig zu werden, das sei nichts Neues im Gesetz, so der Verbandspräsident.

„Und ob darüber hinaus der Ansatz, die Kinder- und Jugendhilfe und die Familienhebammen enger in das Netz des präventiven Kinderschutz zu nehmen, die in ihn gesetzten hohen Erwartungen erfüllt, wird sich erst noch zeigen müssen“, so Hartmann weiter. „Tatsache ist, dass bei nahezu allen tragischen Fällen der letzten Jahre die Kinder- und Jugendhilfe involviert war und teilweise kläglich versagt hat. Viele Jugendämter haben keinerlei Ressourcen für eine qualifizierte Beratung der Berufsgruppen, die Kinder betreuen und in der Regel diejenigen sind, die einen ersten Verdacht schöpfen. Familienhebammen sind nach den Erfahrungen der Modellversuche insbesondere mit Familien aus dem Drogenmilieu hoffnungslos überfordert. Die Tätigkeit der Familienhebammen muss in enger Kooperation nicht nur mit den Jugendämtern, sondern auch mit dem öffentlichen Kinder- und Jugendgesundheitsdienst erfolgen, der in vielen Gesundheitsämtern in den letzten Jahren drastisch reduziert worden ist. Außerdem müssen auch Familienkinderkrankenschwestern einbezogen werden, denn diese sind in ihrer Ausbildung auf das Kind konzentriert und kennen sich auch mit kranken Kindern sehr gut aus. Diese wichtige Gruppe ist im Gesetz völlig vergessen worden.“

Hartmann zeigt sich insbesondere deswegen enttäuscht, weil trotz einer seit über 3 Jahren intensiv geführten politischen Diskussion mit dem Ziel einer wesentlichen Verbesserung des Kinderschutzes in Deutschland der vorliegende und am 27.10.2011 von der Regierungsmehrheit im Bundestag gebilligte Entwurf eines Bundeskinderschutzgesetzes auch in den Augen anderer, wichtiger Gruppierungen des Gesundheitswesens (Bundesärztekammer, vor allem Öffentlicher Gesundheitsdienst) als völlig unzureichend definiert wird. Für das Wohl der Kinder wesentliche Änderungsanträge wurden nicht berücksichtigt, auch wichtige Ergänzungen der Oppositionsparteien hinsichtlich der wirksamen Einbeziehung des Gesundheitswesens wurden außer Acht gelassen. „Dies ist bedauerlich und wird hoffentlich im Bundesrat korrigiert“, resümiert der Verbandspräsident.

 

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
www.bvkj.de




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse