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20.10.2011   |   Gesundheit

Impfen: So nehmen Sie Kindern die Angst vor dem Piks

(dgk) Manche Eltern sehen dem nächsten Impftermin mit gemischten Gefühlen entgegen. Einige Kinder entwickeln eine solche Angst vor der Injektion, dass die Impfung zur Belastungsprobe wird.

Doch nicht nur Kinder sind betroffen:
Schätzungen zufolge haben auch etwa 25 Prozent der Erwachsenen Angst vor Nadeln – und lassen notwendige Impfungen deshalb nicht selten einfach „ausfallen“. Erworben wird die Angst vor der Spritze meist bereits in der Kindheit. Kanadische Forscher haben daher analysiert, mit welchen Mitteln der Schrecken genommen werden kann.

 

Ausgewertet wurden 71 Studien zur Schmerzlinderung bei Impfungen, beobachtet wurden dabei insgesamt 8.050 Kinder. Aufgrund der Ergebnisse geben die Impfexperten des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. Eltern folgende Tipps:

Sagen Sie nicht „Das tut nicht weh“. Denn erstens hilft es laut Studie nicht, und zweitens stimmt es auch nicht immer – wodurch das  Vertrauen des Kindes zu den Aussagen der Eltern geschwächt werden könnte.

Säuglinge, die gestillt werden, können unmittelbar vor und nach der Impfung an die Brust gelegt werden. Denn: Stillen wirkt schmerzmindernd. Ausgelöst wird dieser wohltuende Effekt durch den beruhigenden Hautkontakt und das Saugen. Der süße Geschmack der Milch aktiviert überdies körpereigene schmerzstillende Substanzen. Dieser Effekt kann auch dann genutzt werden, wenn nicht gestillt wird: Verabreichen Sie dem Kind vor der Impfung einfach eine Zuckerlösung (1 Stück Würfelzucker in ca. 2 Teelöffeln Wasser).

Eltern sollten kleine Kinder nicht in Rückenlage, sondern in einer anderen, für beide bequemen Position halten. Größere Kinder sollten auf dem Schoß der Eltern oder auf der Untersuchungsliege sitzen.

Reiben der Einstichstelle vor der Injektion kann das Schmerzempfinden verringern. Denn die Berührungsimpulse konkurrieren mit den Schmerzimpulsen bei der Reizweiterleitung. Dadurch wird der Schmerz gedämpft. Nach der Injektion sollte jedoch nicht mehr gerieben werden, weil dann die Gefahr besteht, dass verstärkt lokale Reaktionen auf den Impfstoff auftreten.

Kleineren Kindern hilft es, wenn man sie ablenkt, ältere Kinder kann eine bewusste, langsame Atmung unterstützen.

 

Die Studie zeigte überdies, dass auch 20 bis 60 Minuten vor der Injektion lokal aufgebrachte Schmerzmittel den Schmerz verringern können. Ob Kühlen der Einstichstelle vor der Injektion den Schmerz lindert oder nicht, konnte hingegen nicht festgestellt werden.

Sicher ist jedoch:
Wird Hänschen die Angst vor der Spritze genommen, hilft das später auch dem Hans, wenn mal eine Injektion ansteht.

 

Quelle:
Anna Taddio et. Al.: Reducing the pain of childhood vaccination:
an evidence-based clinical practice guideline; CMAJ, 14. Dezember, 2010, 182(18)

 

DEUTSCHES GRÜNES KREUZ
Internet: www.dgk.de




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