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01.10.2011   |   Ernährung - Verbraucher

EU-Verzicht auf Lebensmittelampel – eine verpasste Chance! – Keine Orientierung für Verbraucher

„Die Industrie hat gesiegt, Fett- und Zuckerbomben bleiben weiterhin für Kinder auf den ersten Blick nicht erkennbar. Verantwortlicher Verbraucherschutz sieht anders aus!“ Mit diesen Worten kritisierte Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) die neuen EU-Kennzeichnungsregeln für Lebensmittel.

„Die jetzt beschlossene Lebensmittelkennzeichnung ist genauer als die alten Regeln, aber sie bleibt weiterhin schwer verständlich. Insbesondere für Kinder mit Übergewicht bzw. Adipositas, die zu einem großen Teil aus Familien mit Migrationshintergrund bzw. aus bildungsfernen Familien stammen, wird die Beurteilung der Lebensmittel hinsichtlich erhöhter Fett-, Salz oder Zuckergehalte nicht klarer. Die so genannte Lebensmittelampel oder eine andere klare Kennzeichnung mit einfachen Symbolen hätte dies dagegen vermocht.“

Die neuen Kennzeichnungsregeln hätten nach Ansicht des BVKJ die Chance geboten, Kinder und Jugendliche vor falscher Ernährung und damit Übergewicht zu schützen. Dr. Wolfram Hartmann: „Diese Chance hat die EU nicht ergriffen. Es fehlen vor allem Pflicht-Angaben zum Nährwert auf der Vorderseite. Es wird keine Informationen über die Herkunft außer bei Frischfleisch geben. Außerdem müssen die neuen Vorschriften erst ab Ende 2014 im Supermarkt sichtbar sein, also in drei Jahren. Das Übergewicht, das in dieser Zeit entsteht, werden viele Kinder lebenslang nicht mehr los.

Hintergrund:
Rund 20% der deutschen Kinder im Alter von 3 – 17 Jahren sind übergewichtig und zum Teil adipös (fettsüchtig). Aufgeteilt nach Altersgruppen bedeutet dies, dass Kinder im Vorschulalter zu etwa 12% und in den Altersgruppen der 7-10-jährigen und 14-17-jährigen zu kapp 24% bzw. gut 25% übergewichtig und z. Teil fettsüchtig sind. Berliner Kinder sind bei Einschulung zu etwa 10 bis 15% übergewichtig. Es gibt deutliche Unterschiede nach sozialer Schichtung und Migrationshintergrund, wie auch die von der Bundesregierung initiierte KIGGS-Studie belegt hat. Ursache ist neben einem Bewegungsmangel in der Regel eine Fehlernährung mit zu kohlehydrat- und fettreicher Nahrung.

Als Folgeerkrankungen entwickeln sich im Erwachsenenalter früh Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen oder Diabetes, was neben der individuellen Schicksalsbelastung auch gesellschaftliche Folgekosten wie frühe Berentungen bzw. Krankenkassenbelastungen nach sich zieht.

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
www.kinderaerzte-im-netz.de




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