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21.9.2011   |   Ernährung - Schwangerschaft & Baby

Trinkbreie sind nichts für Babys: Brei gehört auf den Löffel – nicht in die Flasche

(aid) – Brei ist nicht für die Flaschenfütterung geeignet, so die Meinung der Experten des Netzwerks „Gesund ins Leben“. Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerks, warnt vor „Trinkbreien“, „Trink-Mahlzeiten“ und „Gute-Nacht-Fläschchen“. Sie können Karies und Übergewicht fördern und stören das allmähliche Erlernen gesundheitsfördernder Essgewohnheiten.

Wer schon einmal ein Baby mit Brei gefüttert hat, weiß wie lange die Umstellung von Muttermilch oder Flaschenmilch auf das Löffeln von Brei dauern kann. Dass Babybreie zunehmend als Trinkbreie angeboten werden, zum Beispiel in den Geschmacksrichtungen Banane-Apfel mit Reis, Keks, Getreide oder Schokolade, erscheint äußerst praktisch.

Doch wer glaubt, seinem Baby damit etwas Gutes zu tun, der irrt. Löffeln lernen ist wichtig für die altersgerechte Entwicklung eines Babys. Außerdem werden diese Produkte leicht mit Säuglingsmilchnahrungen verwechselt und können damit zu Fehlernährung führen, „Trinkbreie sind Beikost“, sagt Koletzko. „Ihr Energiegehalt liegt sehr weit über der empfohlenen Menge von 60 bis 70 kcal/100 ml für Flaschennahrung.“

Die Mehrzahl dieser Trinkbreie liegt mit 80 bis 110 kcal pro 100 ml deutlich darüber. Das Risiko ist groß, dass ein Säugling mit den genannten Produkten überfüttert wird. Vor dem Hintergrund, dass mehr als 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind – 50 Prozent mehr als 1999 – sollte nach Meinung von Koletzko ein Zuviel an Kalorien unbedingt vermieden werden. Zahlreiche Studienergebnisse beweisen, dass eine zu hohe Gewichtszunahme gerade im Säuglings- und Kleinkindalter später mit einem erhöhten Risiko für starkes Übergewicht verbunden ist.

„Beikost ist ein neuer Abschnitt im Leben des Babys“, unterstreicht Maria Flothkötter, die Projektleiterin des Netzwerks „Gesund ins Leben“: „Die Fütterung mit dem Löffel erfordert ein wenig Geduld, aber es lohnt sich. Denn schließlich muss das Kleinkind diese unbekannte Technik erst lernen“. Langes Herumnuckeln am Fläschchen mit Trinkbreien erhöht zudem die Gefahr für Frontzahnkaries (Nuckelflaschenkaries). Auch kann der empfindliche, allmähliche Lernprozess des Essens halbfester und fester Speisen ernsthaft gestört werden, wenn das altersgerechte Essen von Brei mit dem Löffel unterbleibt.

Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ empfiehlt zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat mit der Beikost zu starten, während die Babys gleichzeitig noch weiter Muttermilch bekommen. Flothkötter rät zu einem Start mit einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei zur Mittagszeit, allerdings auf dem Löffel.

Christine Röger, www.aid.de

 

Weitere Informationen: www.gesund-ins-leben.de

„Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“ ist ein Projekt der Initiative IN FORM der Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Die Empfehlungen des Netzwerks basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden von allen einschlägigen Fachgesellschaften, Institutionen und Verbänden inhaltlich unterstützt.




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