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14.9.2011   |   Schule & Kindergarten

Kinder unter drei Jahren in guten Händen


Stiftung Kindergesundheit erarbeitet einheitliche Standards für die Tagesbetreuung kleiner Kinder in Kitas und in der Tagespflege

Die Zeit drängt: Bis 2013 soll bereits jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz haben. So sieht es das neue Kinderförderungsgesetz (KiföG) vor, das vor drei Jahren in Kraft getreten ist. Das KiföG will dabei nicht nur rund 750.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren schaffen, sondern auch die Qualität der Betreuung in den Kinderkrippen oder bei einer Tagesmutter deutlich verbessern.

An dieser Aufgabe arbeitet zurzeit die in München beheimatete Stiftung Kindergesundheit. Sie erhielt vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) einen Forschungsauftrag mit dem Ziel, verbindliche Standards und Leitlinien für die Förderung der Gesundheit kleiner Kinder in Kindertagestätten und bei Tagesmüttern zu erarbeiten.
 
„Tagespflegestätten sind nach und neben der Familie wichtige Institutionen für die Entstehung von Werten, Normen und Einstellungen bei den von ihnen betreuten Kindern“, sagt  Hildegard Debertin, Generalsekretärin der Stiftung Kindergesundheit in München und eine der Koordinatorinnen des ehrgeizigen Vorhabens. „Erzieherinnen und männliche Erzieher – von denen es leider noch viel zu wenige gibt – und auch Tagesmütter haben neben Bildung und Erziehung eine weitere, zentrale Aufgabe, nämlich die optimale gesundheitliche Betreuung der ihnen anvertrauten Kinder. Sie benötigen dazu ein umfangreiches Wissen über die richtige Ernährung, über die notwendigen Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Infektionen und zur Unterstützung eines gesundheitsfördernden Lebensstils mit regelmäßiger Bewegung“.
 
Gerade im Bereich der gesundheitlichen Förderung und Prävention sind Kenntnisse und Handlungskompetenzen für die Erzieherinnen und Tagespflegepersonen von großer Bedeutung.
Es geht dabei vor allem um die Vorbeugung von Infektionen und Unfällen, den Umgang mit aufgetretenen Erkrankungen, Allergien und Behinderungen, sowie um das Erlernen und Festigen eines gesundheitsfördernden Lebensstils mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener, gesunder Ernährung.
 
Hildegard Debertin: „Wir wollen ein praxisgerechtes Ausbildungskonzept zur Gesundheitsförderung für die Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen, Erziehern und Tagespflegepersonen in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren erstellen und dieses Konzept in der Praxis einsetzen und evaluieren, um es später bundesweit anbieten zu können“.
 
Die Mitarbeiter von Kindertagesstätten und die Tagespflegepersonen sollen mit Hilfe von Leitlinien und Unterrichtsmodulen einheitliche Vorgehensweisen in der vorbeugenden Gesundheitsführung und im Umgang mit Gesundheitsstörungen lernen.
 
 
Professor. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit und Leiter des Forschungsprojekts betont: „Wir müssen die frühe Phase des Lebens viel ernster nehmen. Die Jahre vor der Schule sind nämlich die Jahre, die die Entwicklung eines Menschen am intensivsten prägen. Hier muss die Förderung einsetzen. Alles, was die Kinder in diesen Jahren verinnerlichen, wird auch ihre Persönlichkeit als Erwachsene prägen. Deshalb müssen wir uns auch intensiv um die Qualität der gesundheitlichen Betreuung in der Tagespflege kümmern. Nur so können Kitas und Tagesmütter dem Anspruch der kleinen Kinder gerecht werden, auch in der Fremdbetreuung die optimale Unterstützung für ihre Entwicklung zu erhalten“.
 
 
Es gibt zwar in Deutschland bereits einzelne, länder- und gruppenbezogene Rahmenbedingungen zu rechtlichen, fachlichen und finanziellen Fragen. Im Bereich der gesundheitlichen Betreuung äußern die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Kitas und in der Tagespflege jedoch häufig den Wunsch nach besserer Unterstützung und mehr Orientierung.
 

Einheitliche Empfehlungen für alle Tagesstätten

Als besonders wichtige Lernziele für diesen Personenkreis formuliert die Stiftung Kindergesundheit folgende Maßnahmen:

Einheitliche, evidenzbasierte Hygienestandards und praxisnahe Anleitungen für deren Umsetzung im Alltag von Kitas und Tagespflege.

Klare Anleitungen für den Umgang mit Lebensmitteln einschließlich abgepumpter Muttermilch und Säuglingsnahrungen.

Auf aktuellem Wissensstand beruhende Empfehlungen für den Umgang mit akuten, fieberhaften Erkrankungen.

Regelungen zur Abgabe von Medikamenten an Kinder in Kinderkrippen, mit Vorschlägen für die notwendigen Vereinbarungen zwischen Eltern und Pflegepersonen.

Praxisnahe Konzepte für eine schon im frühen Kindesalter einsetzbare gesundheitliche Gesundheitsförderung, z. B. zu den Themen Impfungen, Ernährung, Bewegung und Zahngesundheit.

Klare Hinweise zu gesundheitsrelevanten Aspekten, die für die Erteilung einer Betriebserlaubnis wesentlich sind.

 

Professor Berthold Koletzko: „Wir arbeiten an der Entwicklung von einheitlichen und allgemein anerkannten Qualitätsstandards für die gesundheitlichen Aufgaben der Tagespflege. Das Projekt soll Konzepte und Materialien für die Ausbildung und Weiterbildung von Erzieherinnen und Tagespflegepersonen entwickeln und Materialien für die Informationen von Eltern erstellen“.
 
 
Lücken im Wissensstand erkannt

Beim Erstellen der Aus- und Weiterbildungsmodule arbeitet die Stiftung Kindergesundheit eng mit der Universität München, dem Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik in München, der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden, dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in München und weiteren Partnern zusammen.
 
Eine noch laufende Fragebogenaktion des Staatsinstituts für Frühpädagogik lieferte bereits einen ersten Überblick über den Ausbildungsstand von Erzieherinnen und Tagespflegepersonen und deren Informationsbedarf zu Gesundheitsthemen. Besonders groß war dabei das Interesse an mehr Informationen über Kinderkrankheiten, über das Infektionsschutzgesetz und über den Umgang mit chronisch kranken und behinderten Kindern.
 
Aber auch Defizite kamen zum Vorschein: So ergab die Umfrage, dass etwa 30 Prozent der Tagespflegepersonen die Babys – entgegen den allgemeinen Empfehlungen für einen sicheren und gesunden Babyschlaf – noch immer in Bauchlage zum Schlafen legen. Dieses beunruhigende Ergebnis wird demnächst bei einem Workshop in München thematisiert.

 

Wichtiger Termin!
Mit ihrem zweiten KiTa-Workshop wird die Stiftung Kindergesundheit die Öffentlichkeit und die Fachwelt über den aktuellen Stand des Projekts informieren.
 
Termin: Der „2.Workshop zum Curriculum Gesundheitsförderung für die Tagesbetreuung von Kindern unter drei Jahren“ findet am 28. September 2011 von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt.
 
Ort: Hörsaal der Dr. von Haunerschen Kinderklinik der LMU München, Lindwurmstraße 4, 80337 München.

Anmeldeformulare gibt es bei der Stiftung Kindergesundheit unter: www.kindergesundheit.de und auf der Webseite zum Projekt: www.kinder-gesund-betreut.de




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