Ohne Kinderbetreuung keine Gleichberechtigung von Mann und Frau

Über die Gleichstellung von Mann und Frau im Berufsleben wird in Deutschland viel diskutiert. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „BABY und Familie“ ergab, votieren dabei viele für eine sogenannte Frauenquote. Drei Viertel der weiblichen (74,1 %) und immerhin auch über die Hälfte der männlichen Befragten (53,0 %) halten diese für sinnvoll, da es ihrer Meinung nach auf fast allen Führungsebenen in Politik und Wirtschaft noch „ein deutliches Missverhältnis der Geschlechter“ gibt.

Doch mit einer solchen Frauenquote allein ist es noch lange nicht getan. Nach Ansicht der großen Mehrheit der Bundesbürger fehlt in Deutschland für eine Gleichberechtigung im Berufsleben nämlich ganz Entscheidendes: Eine umfassende Kinderbetreuung. Mehr als 80 Prozent (82,1 %) sind sich der Umfrage zufolge sicher, so lange es keine ausreichende Anzahl an Plätzen in Kinderkrippen, Nachmittagshorten oder Ganztagsschulen gebe, lasse sich auch die berufliche Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht verwirklichen. 

Fast zwei Drittel der Befragten (64,5 %) sind sogar der Ansicht, spätestens wenn das erste Kind auf die Welt komme, kippe eine gleichberechtigte Partnerschaft in das alte Rollenbild von Alleinverdiener und abhängiger Hausfrau. Viele sehen das allerdings auch nicht als großes Problem an. Zwei Drittel (67,3 %) sind der Meinung, da Frauen die Kinder bekommen, sei es auch das Natürlichste, dass sie sich in erster Linie um die Kinder kümmern und somit auch um Familie und Haushalt. Dieser Meinung sind übrigens mitnichten nur die Männer (Männer: 70,6 %; Frauen: 64,0 %).

 

 

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins „BABY und Familie“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.000 Personen ab 14 Jahren, darunter 974 Männer und 1.026 Frauen.

Apothekenmagazin „BABY und Familie“
www.baby-und-familie.de

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2 Antworten

  1. Warum hier Personen ab 14 Jahren befragt wurden, verstehe ich nicht ganz und dies spricht auch nicht gerade für die Repräsentanz dieser Umfrage.

    Dennoch stimme ich der hier dargestellten Problematik zu. Solange keine Basis für Mütter geschaffen wird, können diese sich auch nicht aus alten Rollenbildern lösen. Wo der Mann zudem besser verdient als die Frau, werden zudem wohl die wenigsten Paare einer modernen Rollenverteilung nachgehen, nur, weil es eben gerade angesagt ist.

    Es sollte definitiv mehr Möglichkeiten geben, die vom Staat finanziert werden und welche den Frauen einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen – auf gleicher Gehaltsebene wie Männer. Ich denke da an Kindertagespflege und Tagesmütter.

  2. Angelika sagt:

    Sehr interessanter Artikel! Den „zögerlichen“ Vätern – aber auch den männlichen Entscheidungsträgern in der Familien- und Sozialpolitik sollte man vielleicht „Die Söhne Egalias“ von Peter Redvoort schenken …

    Angelika

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