Kinder- und Jugendärzte raten dringend zur Beachtung der offiziellen Warnungen vor möglichen EHEC-Infektionen

„Das BfR empfiehlt derzeit weiterhin vorsorglich, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Diese Hinweise, die insbesondere auf in Norddeutschland erhältliche Ware abzielen, haben weiterhin Bestand, solange die Ermittlungen des Ausbruchsgeschehens andauern“ (Stellungnahme Nr. 016/2011 des BfR vom 31. Mai 2011). Eine vom Robert Koch-Institut gemeinsam mit den Hamburger Gesundheitsbehörden durchgeführte epidemiologische Studie zeigt, dass vom aktuellen EHEC-Ausbruch betroffene Patienten signifikant häufiger rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate verzehrt hatten als gesunde Studienteilnehmer. Es steht noch nicht fest, ob nur eines oder mehrere dieser drei Lebensmittel mit dem Ausbruchsgeschehen in Zusammenhang stehen (Informationen zur Studie siehe Text vom 25. Mai 2011).“

In der Realität zeigt sich, dass viele Lebensmittelbetriebe wie Bäckereien, Metzger aber auch Restaurants in ganz Deutschland weiterhin belegte Brötchen mit Salatblättern, Tomaten- und Gurkenscheiben verkaufen und Restaurants auch bei ausdrücklichem Wunsch ihrer Gäste, keinen Salat verzehren zu wollen, weiterhin Salatblätter als Dekoration auf dem Teller platzieren. Sollten diese Dekorationsbeilagen mit EHEC-Bakterien kontaminiert sein, nützt es dem Kunden nur wenig, wenn er diese Salatblätter  aus dem belegten Brötchen herausnimmt oder auf seinem Teller liegen lässt, denn die Bakterien hätten in diesem Fall bereits alles, was mit den kontaminierten Salatblättern in Berührung gekommen ist, infiziert.

Solange nicht klar ist, wie diese Erreger in die Nahrungskette gelangt sind, sollte man die oben genannte Warnung der Behörden beachten und die entsprechenden Lebensmittel insbesondere aus Restaurants und anderen Nahrungsmittelbetrieben verbannen. Selbstverständlich kann man Blattsalat aus dem eigenen Garten essen, Gurken und Tomaten bei wenigstens 70 º C für mehrere Minuten erhitzen und dann verzehren. Sauberkeit in der Küche ist oberstes Gebot, Holzbrettchen sollten durch Kunststoffbretter ersetzt werden.

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
Mielenforster Straße 2
D-51069 Köln

www.kinderaerzte-im-netz.de

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1 Antwort

  1. Silvia sagt:

    Mittlerweile sind auch schon Sprossen von Gemüse infiziert (angeblich), und dafür wieder keine Gurken und Tomaten – aber Salat nach wie vor.

    Bei der extrem unsicheren Informationslage, und noch weiß ja wirklich niemand, woher es sicher kommt, weiß man so langsam gar nicht mehr, was man noch bedenkenlos verzehren kann oder nicht – oder man stellt sich auf den Standpunkt, das sowieso alles nur Panikmache ist und ignoriert alle Aufforderungen.

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