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23.3.2011   |   Familie & Erziehung

Gestörter Redefluss: Wenn das Wort stecken bleibt – Stotternde Kinder nicht unterbrechen

22.03.11 (ams). Er hat viel zu sagen, kann es aber nicht aussprechen. Ein ganzes Stadion voller Menschen beobachtet, wie der britische Königssohn Albert eine Rede zu halten versucht. Die Worte bleiben stecken, er zieht Grimassen, die Zuschauer starren den Königssohn an. Im preisgekrönten Film „The King’s Speech“ hält der Schauspieler Colin Firth der Welt vor Augen, welche Qualen Stotterer durchmachen. Allein in Deutschland gibt es 800.000 von ihnen. „Stottern ist die häufigste und bekannteste Sprechstörung und betrifft etwa ein Prozent aller Kinder“, sagt Rajko Ninic, Arzt im AOK-Bundesverband.

Als Stottern wird eine Störung des Redeflusses bezeichnet. Es kommt zu einer auffallend häufigen Unterbrechung des Sprechablaufs. Man unterscheidet, wie Mediziner Ninic erläutert, im Allgemeinen zwei Varianten: das Stottern, bei dem Buchstaben, Silben oder Wortteile wiederholt werden (klonisches Stottern) und das Stottern, bei dem es zu Pausen im Sprachablauf kommt (tonisches Stottern). Der Betroffene dehnt Silben und versucht vergeblich, bestimmte Anfangslaute herauszupressen. Diese Laute unterstützt er zusätzlich durch Bewegungen des Oberkörpers, der Arme und Beine und durch seine Mimik.

 

Betroffene meiden schwierige Situationen

Viele Stotterer suchen den Ausweg darin, besonders schlimme Situationen zu vermeiden: Wer schwierige Wörter wie Pizza Capricciosa nur stotternd herausbekommt, bestellt stattdessen eine Lasagne. Wer am Telefon daran erkannt wird, dass er statt seines Namens nur Buchstaben stammelt, vermeidet das Telefonieren. Wer bei Vorträgen nur bruchstückhaft redet, lehnt künftig Einladungen dazu ab. Ein solches Vermeidungsverhalten kann bis zu einem totalen gesellschaftlichen Rückzug führen.

Eine eindeutige Erklärung für die Ursache des Stotterns gibt es nicht. Die meisten stotternden Menschen haben vermutlich eine Veranlagung zum Stottern, dazu kommen dann auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. Viele Einflüsse aus dem körperlichen, dem psychischen, dem sprachlichen und dem sozialen Bereich können bei der Entstehung eine Rolle spielen.

„Generell unterscheidet man zwischen dem Entwicklungsstottern und dem voll ausgebildeten Stottern“, erklärt AOK-Mediziner Ninic. Das Entwicklungsstottern kann bei Kindern im Alter von etwa zwei bis vier Jahren auftreten, da in dieser Altersgruppe das Sprachvermögen im Verhältnis zum Mitteilungsvermögen oft unzureichend ist. Es ist für diese Altersgruppe normal und hält in der Regel nur wenige Monate an. Aus diesem Entwicklungsstottern kann jedoch das eigentliche Stottern entstehen. Wenn die Umwelt des Kindes auf das Stottern unangemessen mit Kritik, Unterbrechungen, Ermahnungen und mit Hänselei reagiert, kann sich die Sprechstörung verfestigen.

Stottert ein Kind im Vorschulalter (Entwicklungsstottern), ist in der Regel keine Therapie notwendig. Ist jedoch die Sprachentwicklung verzögert und hat das Kind gleichzeitig Schwierigkeiten bei der Artikulation, sollten die Eltern mit ihrem Nachwuchs zum Logopäden, also einem Stimm- und Sprachtherapeuten, gehen. Das ist auch ratsam, wenn das Kind über das vierte Lebensjahr hinaus stottert, damit sich aus anfänglichen Sprachauffälligkeiten keine chronische Sprechstörung entwickelt.

 

Stotternde Kinder nicht unterbrechen

Meist wird eine Kombination verschiedener Therapieansätze vorgenommen. Zum einen werden die Eltern über den Umgang mit ihrem stotternden Kind beraten. „Nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören, unterbrechen Sie Ihr Kind nicht in seinem Redefluss und helfen Sie ihm auch nicht, Sätze zu vollenden“, sagt Ninic. Außerdem wird den Eltern empfohlen, ihr stotterndes Kind beim Sprechen direkt anzuschauen und Kritik zu unterlassen. Diese Verhaltensweisen gelten im Übrigen auch für den Umgang mit erwachsenen Stotterpatienten.

 

Sprachtherapeutische Behandlung

Eine Haupttherapieform ist die logopädische (sprachtherapeutische) Behandlung, die bei den Symptomen ansetzt. Hier lernt der Patient anhand von Liedern und Sprechversen spielerisch den Umgang mit der Sprache. Er soll die Angst vor dem Sprechen verlieren und die richtige Atem- und Sprechtechnik erlernen. Dies geschieht beispielsweise, indem die Kinder oder Erwachsenen Geräusche nachahmen und das rhythmische Sprechen von Silben trainieren. Mithilfe von Bildergeschichten, Frage-Antwortspielen und Nacherzählungen üben die Patienten, flüssiger zu sprechen. Zudem erlernen sie Entspannungsübungen. Des Weiteren kann das Stottern psychotherapeutisch behandelt werden.

Die genannten Therapieansätze werden in unterschiedlichen Formen angeboten. So lernen die Stotterer bei der „Kasseler Stottertherapie“, die beim Berliner Gesundheitspreis 2008 „Gesagt ist nicht getan“ in der engeren Auswahl war, in einem zweiwöchigen Intensivtraining eine ganz neue Sprechweise. Die Patienten sprechen sehr langsam, weich und verbinden Laute und Wörter so, dass Stottern nicht mehr möglich ist. Die Methode basiert auf dem Erlernen von Sprechtechniken und setzt auf die Unterstützung durch Computer. Mit einer eigens entwickelten Software üben die Patienten intensiv die neue Sprechweise.

Wichtig zur Vorbeugung von Sprachstörungen ist nach den Worten Ninics eine Förderung der Sprachentwicklung durch Lesen, Vorlesen, Gespräche, Sprachspiele, Singen und Erzählen. „Leider findet dieses in der Zeit der Fernseher, Computer und Videospiele immer seltener statt“, so der AOK-Arzt. Außerdem sei es ratsam, bei ersten Symptomen einer Störung der Sprachentwicklung einen Fachmann zurate zu ziehen, damit aus Sprachauffälligkeiten keine Sprechstörung wird.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der AOK, bei der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthilfe e.V. und der Homepage zur Kasseler Stottertherapie.

AOK-Bundesverband
Internet: www.aok-bv.de




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