CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

28.1.2011   |   Haus & Garten - Kindersicherheit

BfR-Risikobewertung hat Konsequenzen – Verschärfungen beim Handel mit Lampenölen und flüssigen Grillanzündern


Die nun vorgeschriebenen schwarzen Behälter sollen der Verwechslungsgefahr mit Getränkeflaschen vorbeugen. Durch den Aufdruck werden Verbraucher zusätzlich über das Risiko einer Vergiftung informiert

Seit Ende vergangenen Jahres dürfen Lampenöle und flüssige Grillanzünder auf Paraffinbasis nur noch in schwarzen, nicht durchsichtigen und höchstens einen Liter fassenden Behältern verkauft werden. Dies soll die Neugier von Kindern weniger stark wecken als bunte Flüssigkeiten in transparenten Behältern und Verwechselungen mit Getränken vorbeugen. Die Behälter müssen nun zusätzlich den unverwischbaren Aufdruck „Bereits ein kleiner Schluck Lampenöl – oder auch nur das Saugen an einem Lampendocht – kann zu einer lebensbedrohlichen Schädigung der Lunge führen“ bzw. „Bereits ein kleiner Schluck Grillanzünder kann zu einer lebensbedrohlichen Schädigung der Lunge führen“.

In der Vergangenheit kam es trotz wiederholter Warnungen immer wieder zu schweren Unfällen mit Lampenölen und flüssigen Grillanzündern, da vor allem Kinder diese versehentlich getrunken hatten. Die in den Flüssigkeiten enthaltenen Paraffine lösen lebensbedrohliche chemische Lungenentzündungen aus. Das BfR hat sich seit seinem Bestehen für verschärfte Regelungen für diese Produkte eingesetzt. „Mit den neuen Regelungen wird die Gesundheit, vor allem von Kindern, endlich angemessen geschützt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.

In einem ersten Schritt wurde zum 1. Juli 2000 ein EU-weites Abgabeverbot für gefärbte und parfümierte Lampenöle auf Paraffinbasis durchgesetzt. Da ungefärbte Lampenöle der gleichen Zusammensetzung nicht vom Verbot betroffen waren, traten weiterhin Vergiftungen auf. Im Jahr 2004 starben zwei Kinder daran. Eine Analyse aller Vergiftungsfälle zeigte, dass auch flüssige Grillanzünder, die die gleiche stoffliche Zusammensetzung haben wie paraffinhaltige Lampenöle, zunehmend zum Teil schwere Vergiftungen bei Kindern verursachten. Daher hat sich Deutschland auf europäischer Ebene nachdrücklich für weitere Verschärfungen der Regelungen eingesetzt und gefordert, auch flüssige Grillanzünder einzubeziehen. Die EU-Kommission hat einen Verordnungsentwurf vorgelegt, dem die Mitgliedstaaten zustimmten und der am 1. Dezember 2010 in Kraft trat.

Die nun vorgeschriebenen schwarzen Behälter sollen der Verwechslungsgefahr mit Getränkeflaschen vorbeugen. Durch den Aufdruck werden Verbraucher zusätzlich über das Risiko einer Vergiftung informiert. Sollte ein Kind dennoch versehentlich Lampenöl oder flüssigen Grillanzünder verschluckt haben oder am Docht einer Öllampe gesaugt haben, darf keinesfalls Erbrechen herbeigeführt werden. Damit würde die Gefahr steigen, dass die Flüssigkeit in die Lunge eindringt und diese schädigt. Das betroffene Kind sollte umgehend zum Arzt oder in ein Krankenhaus gebracht werden. Wichtig für eine erfolgreiche Behandlung ist die genaue Produktkenntnis. Deshalb sollten unbedingt das Produkt mit der Verpackung mitgebracht und vorgelegt werden.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

 
Bundesinstitut für Risikobewertung
Bereich Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Risikokommunikation
Thielallee 88-92
14195 Berlin
Postanschrift: Postfach 330013, 14191 Berlin

www.bfr.bund.de




Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse