Dioxin-Skandal: Aigner-Vorschläge schützen Bauern und Verbraucher nicht wirksam

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat von Agrarministerin Ilse Aigner ein schnelleres und härteres Durchgreifen gegen die Futtermittelindustrie gefordert. Die heute veröffentlichten Vorschläge der Ministerin zur Vermeidung künftiger Lebensmittelskandale reichten nicht aus. Für Verbraucher und Bauern werde es erst mehr Sicherheit vor Futtermittelpanschereien geben, wenn ein Haftungsfonds eingerichtet werde, in den die Futtermittelhersteller und -händler einzuzahlen hätten.

 
„Aigner hat die Pflicht, die Futtermittelindustrie endlich an die Leine zu nehmen. Wenn es Panschereien gibt, muss die Branche dafür zahlen. Außerdem müssen endlich alle Futtermittel offen und vollständig deklariert werden. Eine verbindliche Positivliste muss vollständige Klarheit über alle erlaubten Zutaten schaffen. Das Wichtigste ist Transparenz. Auf jedem Futtersack muss geschrieben stehen, was drin ist, zu welchen Anteilen, woher es stammt und wie es verarbeitet wurde“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Wenn Grund zu der Annahme bestehe, dass ein Futtermittel die Gesundheit gefährde, müssten die zuständigen Behörden darüber sofort umfassend informieren und die belasteten Chargen zurückrufen. Als völlig gescheitert sieht der BUND die Selbstkontrollen der Branche durch das so genannte Qualitäts- und Sicherheits-System (QS-Prüfsystem) an.

„Der Dioxinskandal hat deutlich gemacht, dass Futtermittel in Zukunft nur nach strengen Vorschriften hergestellt und vertrieben werden dürfen. Dringend erforderlich ist außerdem eine Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft. Tierhaltung und Futteranbau müssen wieder in zusammenhängenden Betrieben integriert werden. Nur so lässt sich eine größtmögliche Selbstversorgung und die bessere Kontrolle über die Futtermittel gewährleisten“, sagte Weiger. Dazu müssten auch die auf EU-Ebene anstehenden Agrarreformen genutzt werden.


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