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19.12.2010   |   Ernährung - Schwangerschaft & Baby

Richtig essen von Anfang an – die „Österreichischen Beikostempfehlungen“ sind da


Die neuen Empfehlungen berücksichtigen vor allem den individuellen Entwicklungsgrad des Säuglings und ermöglichen Eltern, auf die Bedürfnisse ihres Kindes zu reagieren

Der Grundstein für gesunde Ernährungsgewohnheiten wird bereits im Mutterleib und in der frühen Kindheit gelegt: Ernährungsdefizite, die während der Schwangerschaft und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erworben werden, lassen sich im späteren Leben nur sehr schwer wieder ausgleichen.

Mit dem „Nationalen Aktionsplan Ernährung“, kurz NAP.e, soll die Ernährung der österreichischen Bevölkerung verbessert werden. „Richtige Ernährung ist eine wichtige Grundlage für unsere Gesundheit“, betonte Gesundheitsminister Alois Stöger, „es muss daher Ziel der Gesundheitspolitik sein, die Ernährung der Österreicherinnen und Österreicher schon von Kindheit an zu verbessern.“

Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg ist nun erreicht: Mit den heute im Eltern-Kind-Zentrum Nanaya präsentierten „Österreichischen Beikostempfehlungen“ stehen Eltern nun erstmals einheitliche und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basierende Informationen zur Einführung von fester Nahrung (Beikost) zur Verfügung. „Damit können wir Eltern einfache und klare Informationen mit auf den Weg geben, die leicht in die Praxis umzusetzen sind“, so Stöger.

Die Beikostempfehlungen sind ein Ergebnis des Projekts „Richtig essen von Anfang an!“, einer Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der AGES. „Eine Gegenüberstellung hat gezeigt, dass internationale und nationale Empfehlungen durchaus uneinheitlich, zum Teil sogar widersprüchlich sind und unsere Familien eher verwirren“, erläutert Ernährungswissenschafterin und Projektleiterin Mag. Ariane Hitthaller. Die nun vorliegenden „Österreichischen Beikostempfehlungen“ wurden gemeinsam mit ExpertInnen im Bereich Ernährung und Kindergesundheit erarbeitet. „Die Empfehlung ist ein wichtiger Baustein im Rahmen einer Gesamtstrategie. Sie soll Eltern durch zuverlässige Informationen Sicherheit vermitteln, wie sie Ihre Säuglinge in den wichtigen und prägenden ersten Lebensabschnitten gesund und richtig ernähren“, so Dr. Josef Probst, Generaldirektor-Stellvertreter im Hauptverband.


Überblick

Die neuen Empfehlungen berücksichtigen vor allem den individuellen Entwicklungsgrad des Säuglings und ermöglichen Eltern, auf die Bedürfnisse ihres Kindes zu reagieren.
In den ersten Lebensmonaten ist ein Baby mit Stillen bzw. Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Nahrung) bestens versorgt, später braucht das Baby jedoch mehr. Die Einführung von fester Nahrung (Beikost) sollte je nach individuellem Entwicklungsstand des Kleinkindes zwischen Beginn des 5. Lebensmonats (17. Woche) und Ende des 6. Lebensmonats (26. Woche) beginnen. Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung bleiben aber auch danach noch eine wichtige Nährstoffquelle.


Eltern können entspannen

Es gibt keine „falsche“ Reihenfolge in der Einführung von Beikost, wichtig ist aber, dass diese langsam und Schritt für Schritt erfolgt. Zu Beginn sind gut verfügbare Eisen- und Zinkquellen wie Fleisch und Getreide für die optimale Versorgung wichtig.
Bei der Art der Beikost gab es in den vergangenen Jahren eine Trendumkehr. Wurde bisher von sogenannten allergenen Lebensmittel wie beispielsweise Fisch abgeraten, gilt das nach dem neuen Stand der Erkenntnisse nicht mehr. „Grundsätzlich können alle Lebensmittel gegeben werden, auch zum Beispiel Fisch und Eier. Das Allergie-Risiko wird dadurch nicht erhöht“, betont Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer, Ernährungswissenschafterin der AGES. Allergene Lebensmittel zu meiden hat keinen präventiven Effekt. Im Gegenteil, „es gibt Hinweise dafür, dass Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen Schutzeffekt auf die Entwicklung allergischer Erkrankungen hat“, so Kiefer.
 
Wann Eltern ihren Kindern Beikost anbieten, ob sie das in der Früh, zu Mittag oder am Abend tun, ist frei zu entscheiden, der Zeitpunkt hat keine positiven oder negativen Auswirkungen.

Während des ausschließlichen Stillens sind keine zusätzlichen Getränke nötig. Wird mit der Beikost begonnen, kann nach Bedarf Flüssigkeit angeboten werden. Ab dem 10. Monat braucht ein Kind aber regelmäßig Flüssigkeit in Form von Getränken, idealerweise Wasser.


Auf manche Lebensmittel und Getränke sollte verzichtet werden

Es gibt Lebensmittel, die für Säuglinge nicht geeignet sind. Verzichtet werden sollte auf Salz, Zucker, Honig und Süßungsmittel – das gilt vor allem auch bei Getränken. Säuglingen und Kleinkindern sollten auch keine ganzen oder grob gehackten Nüsse und Erdnüsse essen: Diese können eingeatmet werden und in die Lunge geraten. Fein gerieben und vermischt mit Breien stellen sie kein Problem dar. Ebenfalls verzichten sollte man auf fettreiche Raubfische wie Tunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht – sie können am ehesten mit Schwermetallen belastet sein. Gut eignen sich Saibling, Lachs und Forelle.


Essen soll kein Stressfaktor werden

Säuglinge sind von Natur aus kritisch gegenüber neuen Lebensmitteln. Wichtig ist, dass  ein Kind nicht zum Essen gezwungen wird. Vielmehr sollten Eltern neue Lebensmittel mehrmals anbieten und selbst ein gutes Vorbild sein. Kinder lernen durch Nachahmung, das Essverhalten der Eltern prägt das Essverhalten des Kindes.



Rückfragehinweis:
AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
Tel: 050 555-25000
E-Mail: ingrid.kiefer@ages.at


Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger:
Pressestelle
Dieter Holzweber
Tel: 01/71132-1122
E-Mail: dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
www.hauptverband.at

Bundesministerium für Gesundheit:
Mag. Fabian Fußeis, Pressesprecher
Tel.: +43/1/71100-4505
Fax: +43/1/71100-14304
E-Mail: fabian.fusseis@bmg.gv.at
www.bmg.gv.at




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