CleanKids-Magazin
Echtkind - Ausgesucht schönes Spielzeug ohne Schadstoffe

27.10.2010   |   Allgemein

Spielzeugsicherheit: Skandal im Kinderzimmer


Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Krisengipfel und sieht akuten Handlungsbedarf in Bund und Ländern

Bild: Beispielbild – CleanKids

Einen Krisengipfel zur Spielzeugsicherheit fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) als Reaktion auf die jüngste Untersuchung der Stiftung Warentest. Mehr als 80 Prozent der getesteten Spielzeuge waren mit Schadstoffen belastet. Zehn Prozent der Produkte hätten niemals in Verkehr gebracht werden dürfen, weil sie Kinder einer direkten Gefahr aussetzen. „Das ist der BSE-Skandal im Kinderzimmer. Bund und Länder müssen zügig Schritte einleiten, um gefährliches Spielzeug aus dem Verkehr zu ziehen“, fordert Vorstand Gerd Billen.

Die Untersuchung der Stiftung Warentest hat ein massives Kontrolldefizit offengelegt. Zwar ist die Stichprobe nicht repräsentativ. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es zahlreiche weitere Produkte gibt, die aus Sicherheitsgründen nicht verkauft werden dürften. „Hier gibt es akuten Handlungsbedarf“, so Billen. Für die Zukunft müssen die Bundesländer die Marktüberwachungsbehörden finanziell und personell besser ausstatten. Laut Verbraucherschutzindex 2010 gibt es in einigen Ländern pro 1000 Einwohner immerhin 0,7 überprüfte Produkte, in anderen dagegen unter 0,2. Der vzbv fordert, die Kontrollen innerhalb eines Jahres auf dem höchsten Niveau anzugleichen.


Behörden müssen schwarze Schafe öffentlich machen
Bei Verstößen gegen gesetzliche Vorgaben zur Produktsicherheit müssen Behörden außerdem die Möglichkeit haben, die Verantwortlichen zu nennen und Fotos der beanstandeten Produkte im Internet öffentlich zu machen, ohne vorher die Genehmigung der Unternehmen einzuholen. Hierfür sind Änderungen im Geräte- und Produktsicherheitsgesetz erforderlich, das ohnehin derzeit überarbeitet wird.

Darüber hinaus muss die Zuständigkeit für Spielzeug- und Produktsicherheit beim Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) gebündelt werden. Derzeit sind neben dem federführenden Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auch das BMELV und das Arbeits- und Sozialministerium beteiligt. „Viele Köche verderben den Brei. Dabei bleibt die Sicherheit auf der Strecke“, erklärt Billen.


Niedrige Grenzwerte erforderlich
Die Bundesregierung muss zudem auf EU-Ebene niedrige Grenzwerte für PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen) durchsetzen. In Verbraucherprodukten und insbesondere Spielzeug sollten nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nicht mehr als 0,2 Milligramm je Kilogramm enthalten sein. Außerdem ist eine Verschärfung der EU-Spielzeugrichtlinie dringend erforderlich. Insbesondere die zulässigen Grenzwerte für Schwermetalle wie Blei und zinnorganische Verbindungen sind deutlich zu hoch. „Die Bundesregierung muss hier schnell für eine Verbesserung sorgen“, so Billen.



Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. – vzbv
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin

www.vzbv.de





Bitte beachten Sie, dass alle Meldungen den Kenntnisstand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergeben!

help
Getestet und Empfohlen: Swagbucks-Bonus für Eltern

– Anzeige –

Aktuelle Tests…

ot-anilin

ÖKO-TEST Anilin in Kinderprodukten: Im roten Bereich

Anilin ist ein Farbstoffbestandteil, der unter Krebsverdacht steht. Das ÖKO-TEST-Magazin wollte in der aktuellen September-Ausgabe wissen, ob Kinderprodukte wie Jeans, Schuhe, Strumpfhosen und Malkreiden damit belastet sind. Fast alle 32 untersuchten Produkte enthalten – teilweise sogar große Mengen – Anilin und in einigen Fällen auch andere aromatische Amine.


– Anzeige –
Buch- und Lesetipps

Buchtips der Redaktion

In unseren Buch- und Lesetipps stellen wir ab und an interessante Lektüre vor. Da ist für Mama, Papa und die Kinder immer was dabei. Zur Übersicht >>

Aufgepasst bei Baby-Nestchen

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen – Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Gitterbettschutz und Baby-Nestchen
Erstickungsgefahr für Säuglinge und Kleinkinder

Neben Stofftieren, Kissen, Decken können auch Baby-Nestchen die Gefahr für einen Erstickungstod erhöhen. Todesfälle haben in den letzten Jahren stark zugenommen

Babyschuhe ??? besser nicht !

Immer wieder - Schadstoffe und Gifte in Babyschuhen

Krabbelschuhe, Lederpuschen, Lauflernschuhe
In den letzten Wochen wurden vermehrt Babyschuhe zurückgerufen oder vom Markt genommen. Grund hierfür: Schadstoffe und Gifte wie etwa Chrom VI, Schimmel, Weichmacher, PAK's - allesamt sehr problematische Stoffe, die auf keinen Fall an Babyfüße gehören. 


Kindergeld: Auszahlungstermine 2015 der Familienkasse