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26.4.2010   |   Gesundheit

Masern auf dem Vormarsch – Im 1. Quartal 2010 mehr Fälle als im gesamten Jahr 2009

Im ersten Quartal 2010 sind in NRW nach Angaben der Zentralstelle für die Überwachung von Infektionskrankheiten NRW bereits 89 Masernfälle gemeldet worden. 2009 wurden im gesamten Jahr landesweit nur 76 Infektionen gemeldet. Die meisten Masernfälle in diesem Jahr gab es in Essen. Der Grund: nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler einer Waldorf-Schule. Anlässlich dieser Zunahme und der Europäischen Impfwoche vom 24. April bis 1. Mai 2010 appelliert der nordrheinische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an alle Eltern, den Impfschutz ihrer Kinder zu überprüfen, die Kinder rechtzeitig impfen zu lassen und infizierte Personen zu meiden, solange kein Impfschutz besteht.

Dr. Josef Kahl, Sprecher des BVKJ Nordrhein: „Masern sind höchst gefährlich, sie können von schweren Mittelohrentzündungen bis zu Lungenentzündungen zahlreiche schwere Nebenwirkungen haben, bei etwa jedem 1000. Erkrankten verursachen Masern die gefährliche Entzündung des Gehirns. Eine einmal voll ausgebrochene Erkrankung kann nicht mehr ursächlich behandelt werden. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder gegen Masern unbedingt rechtzeitig impfen lassen. In der Regel impfen Kinder- und Jugendärzte im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen. Die Immunisierung ist dann vor dem zweiten Lebensjahr abgeschlossen. Eltern, die ihr Kind bisher nicht haben impfen lassen, sollten ihren Kinder- und Jugendarzt um Rat fragen.

Grundsätzlich kann die Impfung in jedem Lebensalter verabreicht werden. Wird eine Impfung versäumt, so sollte sie möglichst bald nachgeholt werden. Auch Eltern sollten ihren Impfschutz überprüfen, denn Masern im Erwachsenenalter verlaufen besonders schlimm. Sollte jemand nicht sicher sein, ob er gegen Masern geimpft ist, sollte in jedem Fall geimpft werden. Keine Angst, ein so genanntes „Überimpfen“ ist nicht gefährlich. Denn hat jemand Masern  bereits durchgemacht oder wurde gegen Masern geimpft, neutralisieren die bereits im Körper vorhandenen Antikörper das im Impfstoff enthaltene abgeschwächte Virus.

Hat ein nicht geimpftes Kind Kontakt mit einem Masernkranken, so kann innerhalb der nächsten drei Tage die Impfung noch im Nachhinein gegeben werden. Es bestehen gute Chancen, dass der Ausbruch der Erkrankung dadurch verhindert wird. Besser jedoch: Kontakt mit Infizierten meiden!

Wann sollte die Impfung unterbleiben?
Bei fieberhaften oder ernsthaften Erkrankungen sollte die Impfung mit dem behandelnden Kinder- und Jugendarzt beraten werden. Auch bei Erkrankungen des Immunsystems oder bei Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem hemmen, sowie nach Verabreichung von Bluttransfusionen oder antikörperhaltigen Medikamenten empfiehlt es sich, vor einer Impfung Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten. Eine normale Erkältung (grippaler Infekt) hingegen ist kein Hindernis für eine Impfung.

Wie hoch ist der Impfschutz und wie lange hält er an?
Nach der ersten Impfung besteht eine Schutzrate von etwa 95 Prozent. Daher ist im Impfplan eine zweite Impfung vorgesehen, nach dieser liegt der Schutz bei annähernd 100 Prozent und hält vermutlich ein Leben lang.


BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
Mielenforster Straße 2
D-51069 Köln

www.kinderaerzte-im-netz.de




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