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10.9.2009   |   Gesundheit

Kinder- und Jugendärzte setzen sich für mehr Stillen ein

Bild: Wikipedia„Stillen ist lebenswichtig für Säuglinge, deshalb appellieren wir an alle jungen Mütter, dass sie ihre Kinder während der ersten vier bis sechs Monate stillen.“ Mit diesen Worten wies heute anlässlich des bevorstehenden Weltstilltages (28. September) in Berlin der Sprecher der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Ulrich Fegeler. auf die Bedeutung des Stillens für Mutter und Kind hin.

Dr. Ulrich Fegeler: „Muttermilch ist perfekt an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst. Sie enthält alles in idealer Zusammensetzung, was das Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht. Und sie „wächst mit“, d.h. sie verändert sich in ihrer Zusammensetzung und Menge mit den wachsenden Bedürfnissen des Säuglings. Außerdem schützen Millionen von lebenden Immunzellen in der Muttermilch das Neugeborene vor einer ganzen Reihe von Infektionskrankheiten, wie Durchfall, Erkrankungen der oberen Luftwege, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Harnwegentzündung und Hirnhautentzündung. Auch gestillte Kinder können erkranken. Aber bei nicht gestillten Kindern erhöht sich die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Krankheiten.

Stillen schützt auch vor plötzlichem Kindstod und vor chronischen Erkrankungen, die häufig erst im späteren Leben des Kindes auftreten, wie Zuckerkrankheit Asthma, Morbus Crohn und Übergewicht. Zudem sind gestillte Kinder im Durchschnitt intelligenter als nicht gestillte Kinder. Möglicherweise werden gewisse Fettsäuren aus der Muttermilch für die optimale Gehirnentwicklung benötigt.

Stillen tut auch der Mutter gut. Denn Stillen führt zu einer schnelleren Rückbildung der Gebärmutter, dadurch treten seltener Blutarmut und Infektionen auf. Außerdem stellt eine längere Stillzeit einen gewissen Schutz vor Eierstock- und Brustkrebs sowie Altersdiabetes dar. Weiterhin erreichen stillende Frauen schneller ihr Gewicht aus der Zeit vor der Schwangerschaft.

Des Weiteren stärkt Stillen die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Bei stillenden Müttern sind Depressionen nach der Geburt seltener und verlaufen weniger schwerwiegend. Aus diesem Grund wünschen wir uns, dass möglichst alle Säuglinge in den ersten Lebensmonaten gestillt werden.“

Viele Frauen geben das Stillen vorzeitig auf, weil es zu Anfang nicht gleich klappt. Kinder- und Jugendärzte bieten hier jedoch Beratung an oder leiten Frauen an Stillgruppen oder erfahrene Stillberaterinnen weiter.

 

BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
Mielenforster Straße 2
D-51069 Köln

www.kinderaerzte-im-netz.de




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