Fenstersturz: Geschicklichkeit von Kleinkindern oft unterschätzt

Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, aber zu den gefährlichsten Kinderunfällen und enden oft tödlich. Rund 8.300 Kinder unter fünf Jahren verletzen sich jährlich in den eigenen vier Wänden bei Stürzen aus der Höhe, 2007 waren es sogar 11.200. Während Stürze aus dem Stockbett, vom Hochstuhl oder Wickeltisch zwar auch zu schweren Verletzungen führen können, so sind es vor allem Fensterstürze, bei denen Kleinkinder lebensgefährliche Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen erleiden.

„Besonders gefährdet sind Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr, da Eltern gerade in diesem Alter die Schnelligkeit und Geschicklichkeit ihrer Sprösslinge unterschätzen. Schon ein kurzer Moment, in dem Aufsichtspersonen unaufmerksam sind, reicht für die Kleinen aus, um unbemerkt aufs Fensterbrett oder den Balkon zu klettern“, sagt Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

 

Fenster und Balkone kindersicher gestalten

Bereits ein Sturz aus dem Erdgeschoß kann tödlich enden. Um derartige Unglücksfälle zu vermeiden, ist es für Eltern von Kleinkindern unbedingt empfehlenswert, Fenster und Balkontüren kindersicher zu machen. „Gute Kindersicherungen verhindern nicht nur, dass Fenster weiter als zehn Zentimeter geöffnet werden können, sondern auch das ungewollte Schließen oder Zufallen und schützen damit vor eingezwickten Fingern. Am besten verwendet man Sperren, die bereits in den Fenstergriff integriert sind, aber auch der nachträgliche Einbau ist kein Problem“, weiß Dunzendorfer. Ist das Fenster mit einem Kippmechanismus ausgestattet, sollte, wenn Kleinkinder zuhause sind, das Fenster zum Lüften nur gekippt werden. Fenstersicherungen werden am oberen Ende der Fenster außer Reichweite von Kindern montiert. Für Balkone oder Vordächer gilt: Gitter und Umzäunungen dürfen keine Querlatten haben, da Kinder sonst an ihnen hochklettern können. 

 

Potenzielle Aufstiegshilfen entfernen

Kinder sind sehr neugierig auf das, was außerhalb der Wohnung passiert. Um ans Fenster zu kommen, werden Tische, Sessel, Kisten oder ähnliche Hilfsmittel als Kletterhilfe benutzt. Besonders im Kinderzimmer und im Bereich von Fenstern und Balkonen sollte nachgeschaut werden, ob Kleinmöbel als Aufstiegshilfe dienen könnten. „Auch wenn Eltern ihren Kindern nicht zutrauen, bestimmte Gegenstände zu verschieben und darauf zu klettern: Um ans Ziel zu kommen, verfügen schon die Kleinsten über ausreichend Kraft“, warnt Dunzendorfer.
 

Kuratorium für Verkehrssicherheit
Schleiergasse 18
A-1100 Wien
www.kfv.at

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