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15.3.2009   |   Kindersicherheit

Kinder vor Vergiftungen schützen – zu Hause, aber auch bei Großeltern und Tagesmüttern

timmi3Medikamente, Reinigungsmittel und andere Haushaltschemikalien müssen kindersicher aufbewahrt werden. Dies fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) anlässlich des bundesweiten Informationstages „Vergiftungsschutz für Kinder im Haushalt“ am 20. März.  „Wir erleben immer wieder, dass Eltern Medikamente im Badezimmer herumliegen lassen und dass Haushaltsreiniger unverschlossen unter der Spüle oder auf den Spülkästen der Toilette stehen. Kleinkinder entdecken sie dort, und häufig kommt es dann zu lebensgefährlichen Vergiftungen.

Schon ein einziger Schluck Rohrfrei kann die Speiseröhre lebensbedrohlich verätzen, schon eine winzige Portion Lampenöl oder flüssiger Grillanzünder, an der man sich verschluckt, kann in die Lunge geraten zum Tode führen. Eltern sollten ihre Kinder konsequent vor Vergiftungen schützen und daher alle Gefahrenstoffe aus der Reichweite ihrer Kinder entfernen und an sicher verschlossenen Orten aufbewahren,“ so der Unfallexperte des BVKJ, Dr. med. Jörg Schriever.
 
Vergiftungsgefahren lauern überall
Während viele Eltern heute bereits bei der Einrichtung der Wohnung z.B. mit Hilfe der Checkliste, die sie bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen erhalten, auf Kindersicherheit achten, ist es im Haushalt vieler Großeltern und Tagesmütter um den Vergiftungsschutz schlecht bestellt.

Dr. med. Jörg Schriever: “Eltern sollten das Thema Vergiftungsschutz mit den Personen, die auf ihr Kind aufpassen, intensiv besprechen und sich davon überzeugen, dass auch in dem fremden Haushalt alle gefährlichen Stoffe unerreichbar für Kinder aufbewahrt werden.“

Die gefährlichsten Substanzen

  • In der Küche: stark ätzende Rohr- und Grillreiniger, Entkalker und schäumende Reinigungsmitte
  • Im Wohnzimmer: Lampenöle, Kamin- und Grillanzünder auf Petroleumbasis, Zigaretten und Flaschen mit hochprozentigem Alkohol
  • Im Schlafzimmer, Bad und Toilette: Medikamente Heilöle, WC- Reiniger und Kosmetikartikel mit Lösungsmitteln
  • In Garten und Garage: Schädlings- und Unkrautbekämpfungsmittel , Rost- und Farbentferner, so wie im Garten giftige Pflanzen, Schoten und Beeren, insbesondere Europas giftigste Pflanze, der Blaue Eisenhut ( lat. Aconitum napellus ).

 

Was tun im Ernstfall?
Sollte doch einmal der Ernstfall eingetreten sein, heißt es „Ruhe bewahren“, dann Giftreste möglichst entfernen, aber kein Erbrechen auslösen, keine Milch trinken lassen! Substanz- und Medikamentenreste, Originalverpackungen sicherstellen zum Mitnehmen. Giftnotrufzentrale oder Arzt anrufen.

Die Telefonnummer des betreuenden Kinder- und Jugendarztes und auch die von ein oder zwei Giftnotrufzentralen – einheitlich: 19240 plus die regionale Vorwahl, z. B. Düsseldorf 0211- oder Bonn 0228 –  sollten alle Eltern, Großeltern, Tagesmütter und Babysitter aufgeschrieben oder gespeichert haben. 

 
BERUFSVERBAND DER KINDER- UND JUGENDÄRZTE e. V.         
Mielenforster Straße 2
D-51069 Köln

www.kinderaerzte-im-netz.de

Weitere Informationen zum Thema Kinder- und Jugendgesundheit erhalten Sie unter
www.kinderaerzte-im-netz.de

 




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