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05.1.2009   |   Chemie & Co

Silicagel / Kieselgel

Silicagel, auch Kieselgel oder Kieselsäuregel, ist eine amorphe Kieselsäure von gummiartiger bis fester Konsistenz. Es besitzt eine große innere Oberfläche. Es ist stark hygroskopisch (wasseranziehend) und eignet sich als Filter-, Adsorptionsmaterial und Trockenmittel. Man rechnet es zu den Xerogelen.

Kieselgel selbst ist farblos, die blaue Färbung entsteht durch Beifügung eines Indikatormittels; dazu wird meist Cobalt(II)-chlorid (CoCl2) verwendet. Wenn das Silicagel Wasser gebunden hat, verfärbt sich auch das Indikatormittel blassrosa bis weißlich; dabei entsteht der Komplex Hexaaquakobalt(II)chlorid ([Co(H2O)6]Cl2). Das Silicagel verliert dabei seine Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, kann jedoch regeneriert werden.
Trockenmittel

Silicagel wird zum Trocknen von feuchten chemischen Verbindungen verwendet.

In den 1930er Jahren gab es Versuche bei Zeppelin, Silicagel zum Auftriebsausgleich zu verwenden. Die aufgenommene Feuchtigkeit sollte den Gewichtsverlust des verbrauchten Kraftstoffs ausgleichen.

Mit Silicagel gefüllte kleine Papiertütchen oder Kissen (Antikondensationsbeutel) liegen vielen feuchtigkeitsempfindlichen Warensendungen bei (z. B. elektronischen Geräten, Lederwaren und Nori-Algen für die japanische Küche), um deren Inhalt beim Versand trocken zu halten und die Bildung von Kondensations-Feuchtigkeit bei der Verbringung von warmen in kalte Umgebungen zu verhindern.

Auch in feuchtigkeitsempfindlichen elektronischen Gerätschaften sind sie oft zu finden; beispielsweise werden Tütchen mit Silicagel in der Unterwasserfotografie genutzt, um das Innere der Kamera trockenzuhalten.

Silicagel kann auch zum Trocknen und Trockenhalten von Saatgut verwendet werden.

Während Silicagele selbst gesundheitlich unbedenklich sind, wird Blaugel (blaues Silicagel) aufgrund des Gehaltes an Kobaltchlorid seit dem Jahr 2000 als krebserzeugend Kategorie 2 eingestuft (d. h. im Tierversuch wurde bei relativ hohen Dosen eine krebserzeugende Wirkung festgestellt). Es ist daher mit dem R-Satz 49 (kann Krebs erzeugen beim Einatmen) und dem Symbol giftig zu versehen. Gefährlich sind allerdings nur die Stäube, die z. B. beim Umfüllen auftreten. Als Alternative zu Blaugel wird Orangegel (siehe Foto) eingesetzt, das ist Silicagel mit einem anderen Indikator an Stelle von Kobaltchlorid.

Die maximale Wasseraufnahme des „normalen“ Silicagels beträgt etwa ein Drittel des eigenen Gewichts. Es gibt auch großporiges Silicagel (Foto), das bis zu zwei Drittel Wasser adsorbieren kann. Es liegt dabei immer ein Gleichgewicht von adsorbiertem Wasser und der Luftfeuchtigkeit vor. D. h. die maximale Wasseraufnahme gilt für wasserdampfgesättigte Luft. Bei normaler Luftfeuchtigkeit (ca. 40 – 60 % rF) wird diese Kapazität nicht erreicht. Bei sehr niedriger Luftfeuchte gibt das Silicagel das Wasser auch wieder ab
Regenerierung 
 
Erschöpftes Silicagel mit blauem Indikator beim Trocknen
Regeneriertes Blaugel nach ca. 15 Minuten Trocknung im Backofen bei 120 °CSilicagel bleibt auch im erschöpften Zustand rieselfähig und formbeständig. Es kann bei Bedarf, aufgebracht auf einem metallischem Siebgitter oder Backblech, beispielsweise in einem Backofen bei etwa 120 bis 150°C wieder regeneriert werden.

Befindet sich das Silicagel in permeablen Kunststoffverpackungen, beispielsweise aus Tyvek, darf die Trocknung bei maximal ca. 80 °C erfolgen. Ein Mikrowellenherd ist zum Trocknen grundsätzlich nicht geeignet.

 

 

Quelle des Artikels / Bild: wikipedia
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