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05.1.2009   |   Giftpflanzen

Schwarze Tollkirsche

TollkirscheDie schwarzen Beeren enthalten das Gift Hyoscyamin. Aus den Blättern lässt sich ein Wirkstoff extrahieren, der krampflösend ist. Bei Kindern führen bereits drei bis fünf Beeren, bei Erwachsenen 10 Beeren aufwärts, innerhalb von 14 Stunden zum Tod durch Atemlähmung. Die Dauer der Hauptwirkung beträgt 3 bis 4 Stunden, am Auge kann sie 3 bis 4 Tage anhalten. Vergiftungen durch die Blätter treten ab 0,3 g auf.
In der Frucht sind Hyoscyamin (Atropin), Scopolamin, Apoatropin, Belladonnin und Scopoletin enthalten (siehe auch Alkaloid). In den Blättern befinden sich zwischen 0,5 % und 1,5 %, in den Wurzeln 0,85 %, im Samen 0,8 %, in den Früchten 0,65 % und in der Blüte 0,4 % Tropan-Alkaloide.

Der deutsche Name bezieht sich nicht auf den heute wertpositiven umgangssprachlichen Ausdruck „Toll!“ sondern auf die Auslösung von Tollheit (Wildheit, unkontrolliertes Verhalten) bei Mensch und Tier nach Aufnahme subletaler Mengen.

Der botanische Gattungsname Atropa ist abgeleitet vom griechischen Wort ??????? = atropos für unabwendbar. Atropos war in der griechischen Mythologie der Name jener Parze, die den Lebensfaden abschnitt. Das Artepitheton bella donna war bereits im 16. Jahrhundert im Italienischen der Name der Tollkirsche [2]. Seine etymologische Herkunft ist nicht ganz geklärt. Nach Genaust ist die Erklärung, bella donna (italienisch für „schöne Frau“) komme daher, dass Hyoscyamin – in die Augen geträufelt – die Pupillen erweitert und den Augen ein dunkles, glänzendes Aussehen verleiht, eine etymologische Legende.

Weitere deutsche Trivialnamen der Tollkirsche sind Schwindelkirsche, Schlafkirsche, Teufelskirsche, Walkerbeere, Irrbeere, Wutbeere, Wolfsbeere, Tollkraut und Indische Tollkirsche (da Atropa acuminata nur ein Synonym).

 

Quelle des Artikels / Bild: wikipedia
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