Phthalate

Der überwiegende Teil der industriell in großen Mengen erzeugten Phthalate wird als Weichmacher für Kunststoffe wie PVC, Nitrocellulose oder synthetisches Gummi verwendet. Die wichtigsten Vertreter der Phthalate sind Dioctylphthalat (DOP, Veresterungsprodukt aus o-Phthalsäure mit 2-Ethylhexanol, Alternativbezeichnung: Diethylhexylphthalat, DEHP) und Diisononylphthalat (DINP). Dimethyl-, Diethyl- oder Dibutylphthalat kommen auch als Bestandteil von Kosmetik oder Körperpflegemitteln und pharmazeutischen Produkten zum Einsatz.

Phthalate sind gesundheitlich problematische Verbindungen, da sie im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken und beispielsweise Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes beim Mann hervorzurufen.

Als problematisch an Phthalaten erweist sich außerdem, dass, wie nachgewiesen wurde, ihre Giftigkeit sich im Gemisch mit anderen Substanzen potenziert.

Aufsehen erregte ein Beitrag des WDR-Magazins Plusminus, der auf Phthalate in Medikamenten hinwies. Auch das Verbrauchertest-Magazin Ökotest veröffentlicht immer wieder Ergebnisse zu Phthalaten verschiedenen Verbraucherprodukten wie in Kinderspielzeug und Vibratoren. Phthalate stehen im Verdacht, als quasi hormoneller bzw. östrogener Wirkstoff die Fortpflanzungsfähigkeit männlicher Säugetiere zu beeinträchtigen.

Zu beachten ist, dass sie sich – als Weichmacher in vielen Kunststoffen vorhanden – in organischen Lösungsmitteln lösen und so Analysenproben kontaminieren können. Weichmacher sind so allgegenwärtig in Kunststoffen, dass Analysenlabors, die entsprechende Proben analysieren, jegliche Kunststoffmaterialien eliminieren müssen.

 

  • Wissenschaftliche Ergebnisse des EU Risk Assessments der fünf wichtigsten Phthalate
  • Übersicht über die wichtigsten Phthalsäureester aus arbeits- und umweltmedizinischer Sicht
  • http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/stoff/phthalate_1998.htm
  • plusminus vom 7. März
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