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10.10.2008   |   Kindersicherheit

Achtung Wasserkocher: Babys sind besonders gefährdet

kindwasserkocherWissenschaftliche Studie belegt Aufklärungsbedarf bei den Eltern – Für Erwachsene sind sie praktisch, doch für Kleinkinder können sie gefährlich werden: Wasserkocher sind jedes Jahr an dutzenden schweren Unfällen beteiligt, bei denen sich Kleinkinder schlimme Verbrennungen zuziehen. Mal reißt neugieriger Nachwuchs das Gerät am Stromkabel von der Küchenablage, mal erklimmen kleine Kletterkünstler Stühle und ziehen den Kocher zu sich. Viele dieser Unfälle könnten mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden, das ergibt eine neue Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V., in der 332 Kinderkliniken zu Verletzungen durch Wasserkocher und zu den Unfallhergängen befragt wurden.

 

„Die Ergebnisse der Studie zeigen sehr deutlich, dass der Aufklärungsbedarf von Eltern noch lange nicht gedeckt ist“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder. „Thermische Unfälle mit Wasserkochern können durch einfache Verhaltensmaßnahmen verhindert werden, indem Eltern zum Beispiel das Kabel aufrollen oder den Wasserkocher nach hinten auf die Arbeitsplatte schieben.“ Auf der anderen Seite komme der Produktsicherheit eine hohe Bedeutung zu: „Das GS-Zeichen wird bei Wasserkochern lediglich für die Elektrosicherheit vergeben, nicht für die mechanische Sicherheit. Hier besteht ein dringender Verbesserungsbedarf zugunsten der Kindergesundheit.“ Zudem werden in manchen Haushalten noch veraltete Geräte benutzt, die nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen: Wasserkocher mit losen Deckeln, aus denen das gesamte heiße Wasser schwallweise herausfließen kann, sollten zum Beispiel nicht mehr verwendet werden.

Mehr als 6.000 Kinder verbrennen oder verbrühen sich jährlich in Deutschland so stark, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Nach Schätzungen kommen weitere 50.000 „leichtere“ Verbrühungen oder Verbrennungen hinzu, die eine ambulante medizinische Behandlung nötig machen. Unfälle mit Wasserkochern verursachen besonders schwere Verletzungen: In 96 Prozent der Fälle lag der Schweregrad der Verbrühung zwischen 2a und 3, hier ist in der Regel eine Operation erforderlich. Durchschnittlich verbrühten 10 Prozent der empfindlichen Kinderhaut. Die stationäre Behandlung der betroffenen Kinder dauerte im Durchschnitt 9 Tage.

Säuglinge und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und 2,5 Jahren sind am häufigsten in Unfälle mit Wasserkochern verwickelt (67 Prozent). Sie erreichen beispielsweise das herunterhängende Kabel und ziehen das Gerät herunter. Dabei ergießt sich das heiße Wasser hauptsächlich auf Hals, Rumpf und Arme. „Erschreckend ist, dass 30 Prozent der Befragten nach dem Unfall die betroffenen Stellen nicht kühlten“, sagt Martina Abel. Bei Verbrennungen muss die verletzte Stelle sofort nach der Verbrennung gekühlt werden. Das Wasser sollte dafür etwa 15 Grad Celsius kalt sein, nicht kälter, da es sonst zu einer Unterkühlung kommen kann. Die Dauer der Kühlung sollte 15 bis 20 Minuten nicht übersteigen.

Zur Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG in Bonn ist ein bundesweit tätiger Dachverband und die primär zuständige Lobby zur Verhütung von Kinderunfällen in Deutschland. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. Die BAG setzt sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit zu entwickeln. Sie wird durch das Bundesministerium für Gesundheit, durch Penaten aus dem Hause Johnson&Johnson, durch den Gesamtverband Deutscher Versicherer und weitere Partner gefördert.

Eine Übersicht über die Ergebnisse der Studie „Thermische Verletzungen durch elektrische Wasserkocher“ erhalten Sie im Internet unter www.kindersicherheit.de
Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V., Heilsbachstr. 13, 53123 Bonn
Tel. (0228) 688 34-0, Fax 688 34-88, Eltern-Hotline 688 34-34, info@kindersicherheit.de Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Internet: www.kindersicherheit.de




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